Mit dem Narren(raum)schiff auf Kurs Senioren-Kreppelkaffee in der Stadthalle mit vielen karnevalistischen Highlights

Beim Senioren-Kreppelkaffee in der Stadthalle wurde zum Kauf der Zugplakettcher aufgefordert, denn im Vorfeld der Flerschemer Fastnacht ist eine Menge ‚Gelersch‘ zu bezahlen.

Senioren-Kreppelkaffee in der Stadthalle mit vielen karnevalistischen Highlights

Beim Kreppelkaffee am Dienstag, 11. Februar, präsentierte die Stadt Flörsheim am Main mit Unterstützung der örtlichen Vereine einen vergnüglichen Programmquerschnitt aus den örtlichen Fastnachtssitzungen, der eigens für den städtischen Kreppelkaffee zusammengestellt worden war. Witzige Vorträge fehlten ebensowenig wie Gesangseinlagen und Ballettgruppen, die mit tollen Choreographien glänzten. Die Regie der Veranstaltung lag in diesem Jahr beim Flörsheimer Narren Club (FNC). Im Eintrittspreis von zwölf Euro waren zwei Kreppel pro Person und Fair-Trade-Kaffee inklusive. Ein Kaffeegedeck hatte sich jeder von zuhause mitgebracht.

Als sich der Saal um 15.11 Uhr öffnete, war der Andrang im Foyer der Stadthalle groß. Kein Sturmtief konnte die närrischen Senioren vom traditionellen Kreppelkaffee abhalten. Immerhin versprachen die Programmpunkte einen abwechslungsreichen Nachmittag voller karnevalistischer Highlights. Sonderbusse waren eingesetzt worden, um die Gäste aus Keramag/Falkenberg, Wicker und Weilbach nach Flörsheim und wieder zurück zu bringen.

Die Einlasskontrolle übernahmen an diesem Nachmittag Bürgermeister Dr. Bernd Blisch und Erste Stadträtin Renate Mohr, die Organisation lag wie immer in den routinierten Händen von Brigitte Schneider. 412 Karten waren im Vorfeld schon verkauft und 1.040 Kreppel auf den Tischen verteilt worden. Viele fleißige Helferinnen und Helfer der Stadtverwaltung, des Roten Kreuzes und auch der Flörsheimer Feuerwehr waren zur Organisation und zur Sicherheit in Aktion.

Es geht schon wieder los

Monika Naas, Ilka Wittmann, Claudia Müller, Alex Stirne und Willi Lauck hatten in ihrer Berufung als närrisches Komitee die Empore erklommen. Laura Ewald und Beate Schäfer führten gekonnt durch das närrische Nachmittagsprogramm.

Karsten Schwarz wusste genau, was Narren brauchen. Mit einem Hitmix bekannter Schlager stimmte er den Saal auf das bunte Programm ein: „Ich glaub, es geht schon wieder los …“. Während noch der Fair-Trade-Kaffee ausgeschenkt wurde, begrüßte Heinz Schäfer, Sitzungspräsident und Kapitän des FNC, die Gäste.

Einer der ersten Programmpunkte einer Sitzung zu sein ist stets eine Herausforderung, jedoch absolut kein Thema für die „FNC Minis“. Niedlich anzusehen war der Auftritt der Allerkleinsten. Vierzehn kleine Jungs und Mädels tanzten unter der Leitung von Beate Schäfer die Geschichte der Disney-Prinzessin und der Reise zu Te Fiti.

Gregor Stark, Chefprotokoller des FCV, steht seit nunmehr 23 Jahren auf der Bühne. Als Commander McLane – die Schwarz-Weiß-Serie „Raumpatrouille“ auf Großleinwand projiziert – übernahm er die Navigation des Narren(raum)schiffs. Frauenpower und Lobbyisten, Klimapaket und Schikane machte er zum Thema. Schließlich war das „Raumschiff Orion ready to go!“. Die Kinder der Harmonie Wicker, trainiert von Anette Huth, legten sich im Anschluss mächtig ins Zeug.

Sitzungspräsident Heinz Schäfer begrüßte die Flörsheimer Obrigkeiten, bevor „Zugplakettchen-Verkäufer“ Michael Bayer die Bühne betrat. Er, der die Position des Schatzmeisters ‚lebt‘, trug den Schlüssel der Stadthalle um den Hals und drohte: „Ihr kommt hier erst raus, wenn jeder ein Zugplakettche gekauft hat." Schließlich sei im Vorfeld zur Flerschemer Fastnacht eine Menge ‚Gelersch‘ zu bezahlen.

Olga, das berühmt-berüchtigte russische Original, führte – mit teilweise nicht ganz jugendfreien Geschichten aus ihrem Familienleben – das Publikum von einem Lacher zum Nächsten: „Jede Menge dicke Luft und kein Verkehr.“ Ihre Auftritte sind aus der Flörsheimer Fastnacht nicht mehr wegzudenken. Danach war die Bühne für den Auftritt der FNC-Teenies freigegeben. Langeweile war gestern, denn „Tanz aus der Reihe“ lautete deren Motto, zu dem sie mit akrobatischen Figuren „immer weiter hoch hinaus“ tanzten.

Linkische Bewegungen, verschämte Blicke, schlenkernde Arme und die Handtasche unter den Arm geklemmt – wer kennt sie nicht, die begriffsstutzige alte Jungfer Apollonia alias Gaby Elsener. Appolonia, die sehr schlecht gut hört, empörte sich, sehr zur Belustigung der Senioren, über ihre Freundin Margot und deren Kampf mit Klimakterium und Menopause. Im Waschsalon schwangen die junggebliebenen FNC-Oldies ihre Hüften zum „Jailhouse-Rock“ – alles alte Flerschemer.

Im Slalom durch den Wingert

Als Heilige drei Könige betraten Bürgermeister Dr. Bernd Blisch, Stadtverordnetenvorsteher Michael Kröhle und Erste Stadträtin Renate Mohr die Bühne. Aktuelle Flörsheimer Themen wie Gesundheitscampus, neuer Pfarrer und das politische Spiel der Parteien wurden unter die närrische Lupe genommen. Da könnte eine Ski-Piste aus Müll und eine Slalom-Abfahrt durch den Wingert entstehen – die Narren dürfen gespannt bleiben.

Hans-Joachim Greb alias "Hoppes" ist das Urgestein der Flörsheimer Fastnacht. Man kennt ihn mit Melone, roter Nase und weißen Handschuhen. Als über 60-Jähriger weiß er, wie das Leben spielt. Als „Second-Hand-Veganer“ in der derzeit depressiven Phase ohne Gegrilltes beobachtete er rasende Rentner mit ihren E-Bikes auf dem „Highway to hell“ und versprach den Senioren Ü-Eier mit ganz besonderem Inhalt. Ein dreifaches ‚Hall die Gail‘ war ihm für seinen gekonnten Vortrag sicher.

Zum krönenden Abschluss trafen sich noch einmal alle Akteure zum großen Finale auf der Bühne und FNC-Sitzungspräsident Heinz Schäfer verabschiedete sich von den sichtlich vergnügten Senioren. Mehr als drei Stunden geballter Narretei und bester Unterhaltung vergingen wie im Flug. Es war wieder einmal ein buntes Programm, das in dieser Zusammenstellung einmalig zu erleben war.

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