Ein Stern aus Lied und Licht

Freundeskreis Pérols-Flörsheim setzt auf Rathausplatz leuchtendes Zeichen der Partnerschaft

Auf dem Rathausplatz entstand ein Stern aus Kerzenlichtern als Weihnachtsgruß an die Partnerstadt Pérols.
Auf dem Rathausplatz entstand ein Stern aus Kerzenlichtern als Weihnachtsgruß an die Partnerstadt Pérols.

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Mit Kerzenlicht, Musik und einer gemeinschaftlichen Aktion hat der Freundeskreis Pérols-Flörsheim am Dienstagabend den Rathausplatz in eine stimmungsvolle Adventskulisse verwandelt. Im Rahmen des "Wandernden Adventskalenders" hatte der deutsch-französischer Partnerschaftsverein eingeladen, französische Advents- und Weihnachtsbräuche kennenzulernen und zugleich ein sichtbares Zeichen der Städtepartnerschaft zu setzen.

Treffpunkt war der Bereich rund um die Stier-Skulptur aus Pérols, jenes Kunstwerks, das die französische Partnerstadt Flörsheim zum 30-jährigen Bestehen der Verbindung geschenkt hatte. Dort kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher zusammen, lauschten französischen Weihnachtsliedern und ließen den frühen Abend in einer besonderen Atmosphäre aus Licht und Musik auf sich wirken.

Im Anschluss griffen alle Anwesenden zu Kerzen und formierten auf dem Platz einen großen leuchtenden Stern. Das dabei entstandene Foto dieser gemeinsamen Aktion soll als Weihnachtskarte an die Freunde in der Partnerstadt Pérols geschickt werden und den Geist des Abends über die Landesgrenze hinweg weitertragen. In der Dunkelheit hob sich der Stern deutlich vom Boden ab, zog die Aufmerksamkeit auf sich und wurde zum sichtbaren Mittelpunkt des Geschehens.

Einen stillen Mittelpunkt bildete eine französische Weihnachtsgeschichte, die Brigitte Wagner-Christmann, Vorsitzende des Freundeskreises, vortrug. Die Erzählung führte in ein verschneites Dorf in der Provence, wo sich die Familie Moreau auf den Heiligen Abend vorbereitet. Während Großmutter Mémé Colette liebevoll die Santons, kleine handbemalte Krippenfiguren, in der Krippe aufstellt, fehlt plötzlich der Hirtenjunge.

Die kleine Léa macht sich auf die Suche und findet die Figur schließlich unter einem alten Olivenbaum. Neben dem Tonhirten liegt ein Zettel mit der Botschaft: „Manchmal muss man sich verlaufen, um den Weg zum Herzen zu finden.“ Als Léa den Hirten zurück in die Krippe stellt und sich die Familie um Mitternacht „Joyeux Noël“ wünscht, endet die Geschichte leise, aber mit einer klaren Botschaft von Nähe und Zusammenhalt.

Wagner-Christmann machte deutlich, was sie persönlich antreibt: die Freundschaft zu Frankreich und der Gedanke eines geeinten Europas. Gerade in politisch angespannten Zeiten komme Begegnungen auf lokaler Ebene eine besondere Bedeutung zu, weil sie Vertrauen schaffen und Vorurteile abbauen. „Mit Freunden fängt man keinen Krieg an“, betonte Wagner-Christmann und hob hervor, dass Verständigung und Austausch im direkten Kontakt ihren Anfang nehmen.

Auch Rosi Reinelt, Gründungsmitglied des Freundeskreises, hob den Wert solcher Veranstaltungen hervor. Diese Abende bereiteten ihr immer wieder große Freude, sagte sie, und zeigten, wie lebendig die Partnerschaft zwischen Flörsheim und Pérols auch nach Jahrzehnten noch sei. Die Verbindung werde nicht nur auf dem Papier gepflegt, sondern in persönlichen Begegnungen.

So endete der frühe Abend auf dem Rathausplatz mit warmem Kerzenlicht, leisen Liedern und einem Stern, der mehr war als eine schöne Lichtform. Er stand als Zeichen der Partnerschaft und ließ die Verbindung zwischen Flörsheim und Pérols sichtbar aufleuchten.

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