Hattersheim hat viel vor: Wer hier lebt, arbeitet oder oft unterwegs ist, kennt die Stärken der Stadt – und weiß, wo noch Luft nach oben ist. Dieses Wissen fließt nun direkt in das städtebauliche Projekt „Zukunft findet Stadt“ ein. Beim Auftakt im November diskutierten rund 200 Bürgerinnen und Bürger intensiv, wie Hattersheim noch lebendiger, sicherer und attraktiver werden kann. Die zum Jahresende abgelaufene Online-Befragung nahm kontinuierlich neue Ideen auf, in diesem Jahr folgen weitere Veranstaltungen. "Im Frühjahr laden wir zu Stadtteilspaziergängen ein, damit Sie Eindrücke und Ideen direkt vor Ort einbringen können. Im Sommer folgen dann Workshops für Gruppen, die wir sonst selten erreichen. In einer Abschlussveranstaltung schließlich stellen wir alle geplanten Maßnahmen vor und bieten erneut Gelegenheit zur Diskussion – so wollen wir Sie als Hattersheimer Bürgerinnen und Bürger noch enger in die Stadtentwicklung einbinden. Denn je mehr Perspektiven zusammenkommen, desto deutlicher zeigt sich, welchen Weg Hattersheim einschlagen soll – und genau das macht eine gute Beteiligung aus“, ist sich Bürgermeister Klaus Schindling sicher. So entsteht Schritt für Schritt ein präzises Bild davon, wo Handlungsbedarf besteht – und welche Maßnahmen Hattersheim in den kommenden Jahren zukunftsfähig machen können.
Die Rückmeldungen in der Auftaktveranstaltung zeigten deutlich, welche Themen die Menschen vor Ort bewegen: Mehr Barrierefreiheit, insbesondere am Bahnhof, sichere und direkte Verbindungen zwischen den Stadtteilen, zusätzliche Räume für Vereine, Angebote für Jugendliche und bezahlbarer Wohnraum standen weit oben auf der Liste. Gleichzeitig betonten die Teilnehmenden, dass Hattersheim ein lebenswerter Ort sei, in dem sie sich wohlfühlten. Viele Anregungen drehen sich darum, die Stärken der Stadt zu erhalten und Lösungen für Herausforderungen wie Wohnen, Mobilität, Begegnung und Klimaschutz zu entwickeln.
Deutlich wird damit, dass Hattersheim am Main sich derzeit in einer Phase dynamischen Wachstums befindet, die sowohl Chancen als auch neue Aufgaben mit sich bringt. Die Stadt profitiert von ihrer zentralen Lage, einer hohen Lebensqualität und starken wirtschaftlichen Impulsen, etwa durch neue Unternehmensansiedlungen. Gleichzeitig entstehen durch den steigenden Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur, die Integration neuer Quartiere sowie die Sicherung der Nahversorgung und Barrierefreiheit neue Herausforderungen, die angegangen werden müssen. Ziel ist es, die vorhandenen Qualitäten – gute Verkehrsanbindung, wirtschaftliche Stärke und eine lebendige Kultur- und Vereinslandschaft – zu sichern und weiterzuentwickeln, ohne die Identität der Stadtteile zu verlieren.
Um diesen Prozess strategisch zu begleiten, entwickeln die Planungsbüros „bläser jansen partner GbR“ aus Dortmund, „bb22 architekten + stadtplaner“ aus Frankfurt sowie das Speyerer Büro „STADT BERATUNG Dr. Sven Fries gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Dieses Konzept betrachtet Bereiche wie Wohnen, Verkehr, Wirtschaft, Energie und Kultur nicht isoliert, sondern im engen Zusammenspiel und richtet den Blick auf die Stadt als Ganzes. Gleichzeitig setzt es die Leitplanken für eine nachhaltige Entwicklung Hattersheims bis zum Jahr 2040. Auf Basis umfassender Analysen und aller Rückmeldungen aus den Beteiligungsformaten legt das ISEK fest, welche Ziele Hattersheim künftig verfolgt und welche Schritte dafür notwendig sind.
Der Prozess begann im Juni 2025; bis Ende 2027 soll das ISEK beschlossen werden, bevor anschließend die Umsetzung startet.


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