Leserbrief Der Propsteihof

Zum Leserbrief: „Kulturelles Erbe und gesellschaftliche Nutzung“, Hattersheimer Stadtanzeiger Nr. 3 vom 21. Januar 2021

Das äußere Erscheinungsbild des alten, wichtigen Kulturdenkmals in der Eddersheimer Altstadt lässt seit geraumer Zeit wirklich sehr zu wünschen übrig. Außerhalb von Eddersheim scheint das auch niemanden zu interessieren. Man hört und liest so einiges, was hier geplant ist. Die Stadt hätte das Gebäude längst erworben und plane eine Kindergartenerweiterung.

Tatsache ist, dass das Gebäude weiterhin einem Herrn aus Köln gehört (so jedenfalls der aktuelle Eigentümernachweis aus dem Liegenschaftskataster vom 25. Januar 2021). Die auf drei Jahre befristete Baugenehmigung für die unattraktiven Kindergartencontainer im historischen Garten des Propsteihofes ist seit September 2020 abgelaufen. Das Gerüst, der Bauzaun und der Wildwuchs dahinter blockieren weiterhin dauerhaft wertvolle Stellplatzmöglichkeiten in der Propsteistraße. Kein gültiges Bauschild und keine Infotafel weisen darauf hin, was tatsächlich gerade mit dem Kulturdenkmal passiert. Das gruselige Geisterhaus aus der Hofheimer Straße in Hattersheim bekommt Konkurrenz.

Unglaublich und traurig zugleich, dass ausgerechnet ein kulturelles Erbe aus dem 18. Jahrhundert, welches dem Hof der Mainzer Dompropstei von 1332 nachgewiesen wird, nun seit einer gefühlten Ewigkeit als Schandfleck dasteht. Hoffen wir mal, dass der Oberleitungs-Mast auf dem Dachstuhl noch eine Weile hält. Sämtliche Stromversorgungen für die am Main zugewandten Altstadthäuser werden über diesen Mast oberirdisch verteilt.

Urs Höhne
Eddersheim

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