Zur Dezember-Fortbildung begrüßte Vorsitzender Reinhard Jung (Okriftel) 32 Fußball-Lehrer zu einem regionalen Trainer-Seminar. Der Unterschied zu einem Trainer-Kongress besteht darin, dass die Anwesenden zum Mitarbeiten aufgefordert werden. Deshalb wird bei solchen Veranstaltungen die maximale Teilnehmeranzahl gering gehalten, damit sich jeder Kollege mit einbringen kann.
Den ersten Programmpunkt gestaltete Sebastian Haag, Cheftrainer der U 17-Bundesligamannschaft von Eintracht Frankfurt. Er verdeutlichte, wie in seinem Team die von Hannes Wolf, dem Sportdirektor für Nachwuchs, Training und Entwicklung des DFB, angestoßene Trainingsphilosophie Deutschland umgesetzt wird. Auch in Haags Mannschaft steht der Spieler und dessen individuelle Entwicklung im Mittelpunkt. Eine persönliche Betreuung in Sport, aber auch Schule und Ernährung ermögliche die Förderung der Toptalente. Der Trainer legt Wert darauf, die Spezialisierung auf eine Position möglichst lange hinauszuschieben, da es auch in der Jugend genügend „Kimmich-Typen“ gebe. Dabei bezog er sich auf den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der sowohl im defensiven zentralen Mittelfeld als auch auf der rechten Abwehrseite unersetzlich sei.
Anschließend wurden die Teilnehmer aufgefordert, in vier Kleingruppen zu erarbeiten, welche Inhalte der Trainingsphilosophie auch in Amateurvereinen übernommen werden könnten und bei welchen dies nicht möglich sei. Umzusetzen sei das Ziel, die Mannschaft zu entwickeln, kleine Spielformen mit häufigen Ballkontakten pro Spieler anzuwenden, die Gemeinschaft zu fördern und Spaß zu vermitteln. Dies könne zum Beispiel durch eine Variation der Trainingsinhalte erreicht werden. Unmöglich sei eine Betreuung des Einzelnen aus Zeit- oder das detaillierte Anwenden von Videoanalysen aus Kostengründen.
Nach der anschließenden Kaffeepause setzte Kevin Hammerschlag (Flörsheim) das Programm fort. Er informierte die Trainer in seiner Funktion als Schiedsrichter-Beobachter über die Auf- und Abstiegsregelung im Amateurbereich, der auch Schiedsrichter unterliegen. Im Kreis werden die Beobachtungen intern, ab der Kreisoberliga von Vertretern anderer Kreise, Bezirke oder Bundesländern übernommen. Verschiedene Kategorien werden mit der Höchstpunktzahl 6 (herausragend) bis zur Mindestpunktzahl 1 (gravierende Einschränkungen) bewertet. Dabei geht es u.a. um spielrelevante Einzelsituationen, das persönliche Auftreten, die individuelle Fitness und das Stellungsspiel des Schiedsrichters. Grundvoraussetzung sei jedoch immer eine Sicherheit in der Regelkenntnis. So komme es am Ende einer Saison zu einer abschließenden Gesamtpunktzahl, die über Auf- und Abstieg entscheide. Der Schiedsrichter erfahre ca. ein bis zwei Tage vor dem Spiel, ob er beobachtet werde und wer sein Beobachter sei. Dieser stelle sich dann circa 30 Minuten vor Anpfiff kurz vor und analysiere mit dem Schiedsrichter nach dem Spiel entscheidende Situationen. Das genaue Punktergebnis erfahre der Unparteiische jedoch erst ein paar Tage später.
Auch bei diesem Referenten wurden die Teilnehmer dann zur Mitarbeit aufgefordert, indem sie verschiedene über die Leinwand aufgezeigte Spielszenen erkennen und bewerten mussten.
Mit großem Applaus wurden beide Experten nach ihren Vorträgen verabschiedet und Vorsitzender Jung schloss die Fortbildung mit den besten Wünschen für die Feiertage und das neue Jahr.

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