Hessen Mobil und Corona als Bremser

Die für Juli geplante Eröffnung des neuen Wertstoffhofes am Steinmühlenweg verzögert sich bis Anfang Oktober

Als im vergangenen Jahr die Pläne für die Verlagerung des Wertstoffhofes von der Wickerer Deponie in Richtung Osten, in die ehemalige Wertstoffsortieranlage am Steinmühlenweg, diskutiert und beschlossen wurden, war eine klare Zielvorgabe für den Umzug gegeben: Am 1. Juli sollte es am neuen Standort losgehen. Wer jedoch das mit Sperrgittern abgezäunte, grün-graue Gebäude aufsucht, wird feststellen, dass sich erstaunlich wenig zu tun scheint am und um das Gebäude herum. Und tatsächlich: Wie Beate Ibiß, Geschäftsführerin der Rhein-Main-Deponie (RMD), die den Wertstoffhof für die Städte Flörsheim und Hochheim einrichten und betreiben wird, auf Anfrage mitteilt, haben ungünstige Umstände den Start der Umbauarbeiten am Steinmühlenweg stark verzögert. Neue Zielmarke für die Eröffnung des neuen Wertstoffhofes ist nun Anfang Oktober.

Es gibt im wesentlichen zwei Gründe für die Verzögerungen: Zum einen die Verkehrssituation im Steinmühlenweg mit der unmittelbar angrenzenden B40, die auch in den Flörsheimer Gremien Gegenstand von Diskussionen war. Ein von der RMD beauftragtes Verkehrsgutachten kam zwar zu dem Ergebnis, dass keine Probleme mit den Verkehrsflüssen durch die An- und Abfahrt der Pkw und Lkw zu erwarten seien. Die Genehmigungsbehörden binden aber Hessen Mobil in das Verfahren ein. Die Straßen- und Verkehrsmanagementbehörde des Landes untersuchte in einem eigenen Verkehrsgutachten mögliche Gefahren durch den Abbiegeverkehr auf die Bundesstraße.

Das Gutachten kommt zu dem Urteil, dass die Planungen der RMD nicht verändert werden müssen, aber alleine drei Monate Verzögerung sind laut Ibiß durch dieses Einholen einer zweiten Meinung zu dem Thema entstanden.

Seit Ende April liegt der RMD zwar eine vorläufige Baugenehmigung für den Umbau am Steinmühlenweg vor, doch außer der Einrichtung der Baustelle im Juni ist bisher nichts geschehen. Denn – Punkt zwei, der nicht so gut lief wie gedacht – auch die Corona-Pandemie zeigte ihre bremsenden Auswirkungen. Durch sie seien „bei bestimmten Baustoffen und Baumaterialien Lieferengpässe und Preissteigerungen“ entstanden, betont Ibiß.

Daher musste die RMD die Kriterien ihrer Angebotsbewertungen neu aufstellen und neben Kosten und fachlicher Qualität auch „die Verfügbarkeit der Baustoffe und die termingerechte Fertigstellung“ in Betracht ziehen. Im Ergebnis wurde für den Hoch- und Tiefbau die Firma Michel Bau aus Klingenberg am Main ausgewählt. Mit ihr wurde als Fertigstellungstermin der 19. September vereinbart.

Erst danach kann der Umzug des Wertstoffhofes, der in kürzester Zeit abgewickelt werden soll, um Schließungen kurz zu halten, über die Bühne gehen. Waage und Container, die nicht von der Deponie mitgebracht werden können, seien bestellt, sagt Ibiß. Allerdings fehlt der RMD bisher noch die endgültige Genehmigung des Projekts nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Ohne die kann die Anlage zwar umgebaut, aber nicht in Betrieb genommen werden. „Weitere Nachforderungen sind uns nicht bekannt und nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu erwarten“, betont die Geschäftsführerin, dass sie keine weiteren Schwierigkeiten befürchtet – aber das Papier muss eben rechtzeitig eintrudeln, damit der neue Öffnungstermin gehalten werden kann.

Kein Problem ist die Verzögerung für den Fortlauf der Dinge auf dem Deponiegelände. Die Verlagerung hat schließlich den Grund, dass die Fläche, auf der der Wertstoffhof steht, für die Organisation der anstehenden Profilierungs- und Modellierungsarbeiten am Deponiekörper gebraucht wird. Dort sollen die Baustelleneinrichtung, die Baulogistik und Lager entstehen. Ziel ist der Bau einer neuen Deponiezufahrt, das Gebäude der ehemaligen Altholzaufbereitung wird zudem abgerissen. All dies soll aber erst ab Ende 2022 geschehen, „so dass es durch die jetzigen Verzögerungen hier zu keinen neuen Problemen kommt“, hebt die RMD-Geschäftsführerin hervor.

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