Lebensbrücke sein

Hospizhelferinnen und Hospizhelfer erhalten ihre Zertifikate

Die neuen Hospizhelferinnen und -helfer wurden in der Stadthalle mit einer Feierstunde und Zertifikatsübergabe gewürdigt.
Die neuen Hospizhelferinnen und -helfer wurden in der Stadthalle mit einer Feierstunde und Zertifikatsübergabe gewürdigt.

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Mit einer bewegenden Feierstunde in den Clubräumen der Stadthalle wurden am Mittwochabend die neuen Hospizhelferinnen und -helfer des Hospizvereins Lebensbrücke verabschiedet und ihre Zertifikate überreicht. Nach einem Jahr intensiver Ausbildung und einem Praktikum im stationären Hospiz blickten die Teilnehmenden auf eine prägende Zeit zurück.

Die Vorsitzende des Hospizvereins, Christa Hofmann, eröffnete die Feier und würdigte das Engagement der Absolventinnen und Absolventen. „Sie sind Brückenbauer in schweren Zeiten, Menschen, die mit Herz, Geduld und Mut begleiten“, betonte sie.

In Erfahrungsberichten schilderten die Hospizhelferinnen und -helfer, wie sehr die Ausbildung sie selbst verändert habe. Neben Fachwissen zu Kommunikation, Sterbebegleitung, Demenz oder Ernährung am Lebensende sei vor allem die persönliche Auseinandersetzung mit Trauer und Vergänglichkeit prägend gewesen. „Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit – diese Erkenntnis nehmen wir mit“, fasste eine Teilnehmerin zusammen.

Ein besonderer Teil der Feier war den Erfahrungen der Trauergruppe Flörsheim gewidmet. Auszüge aus Briefen und persönlichen Texten machten deutlich, wie wertvoll das gemeinsame Erinnern, Erzählen und Schweigen für die Hinterbliebenen war.

„Am Anfang war ich skeptisch, doch die Gruppe hat mir geholfen, Worte für meine Gefühle zu finden“, hieß es in einem Beitrag. Andere beschrieben die Erfahrung, „endlich verstanden“ worden zu sein und neue Freundschaften zu schließen. „Ohne die Gruppe hätte ich meinen Verlust nicht so offen verarbeiten können.“ Die Texte zeigten, dass Trauer viele Gesichter hat und dass gemeinsames Erleben, Verständnis und Empathie heilende Kraft entfalten können.

Britta Kluin begleitete die Feierstunde musikalisch und schuf mit Gitarre, Gesang und Liedern wie Blowing in the Wind eine besondere Atmosphäre. Am Ende erhielten die Absolventinnen und Absolventen ihre Zertifikate.

Folgende Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen:

Angelika Bauer-Velten, Lia Böhnke, Kerstin Füssel, Bettina Gebhardt, Gerlinde Haun, Martina Keller, Christiane Kolt, Rosemarie Schöler, Konstantin Summ, Daniela Wiegand, Mia Wiegand und Dagmar Wüst. Auch Bettina Serrano-Mannsfeld gehört zur Gruppe, sie wird ihre Ausbildung in Kürze abschließen.

Seit 1998 bildet der Hospizverein Flörsheim jährlich neue Hospizhelferinnen und -helfer aus. Die Themen reichen von „Tod und Sterben in den Medien“ über Patientenverfügung, kulturelle Rituale, Resilienz und Schmerztherapie bis hin zu praktischen Fragen wie Ernährung am Lebensende.

„Es ist ein Lernweg, der das Leben verändert – nicht nur für die, die begleitet werden, sondern auch für die, die begleiten“, hieß es am Abend. Wer Interesse an einer Ausbildung hat, kann sich beim Hospizverein Flörsheim informieren.

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