Günter Tannenberger wurde 1940 in Breslau geboren, er wohnt seit 1959 in Okriftel, wo er im Jahr 1964 die örtliche CDU gründete. Schon 1968 wurde er zum Gemeindevertreter ins Okrifteler Parlament gewählt, in dem er bis 1972 wirkte. Danach war er bis 1981 Stadtverordneter in Hattersheim. Lange war er Fraktionsvorsitzender seiner Partei, von 1977 bis 1981 hatte er das Amt des Stadtverordnetenvorstehers inne. Von 1981 bis 1985 und nach einer „politischen Pause“ wieder ab 2010 war und ist er ehrenamtlicher Stadtrat im Magistrat der Stadt Hattersheim. Günter Tannenberger ist seit 50 Jahren verheiratet und hat zwei Töchter, sein Enkelchen Livia ist oft dabei, wenn man ihn und seine Frau Angie auf Veranstaltungen trifft. Für die Verdienste in seiner über 17-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit für die Stadt Hattersheim wurde ihm schon im Jahr 1978 die Rathausplakette in Bronze verliehen, 1981 erhielt er den Ehrenbrief des Landes Hessen und 1983 die Hattersheimer Rathausplakette in Silber.
Günter Tannenberger prägt zudem seit mehr als 50 Jahren die Okrifteler Fassenacht, die eine seiner Leidenschaften ist: er ist Gründungsmitglied und mittlerweile langjähriger Ehrenpräsident des CCM. Und auch hier in „seinem“ Verein ist sein gelebtes soziales Engagement spürbar – schon vor fast 20 Jahren initiierte er die erste Sitzung für Menschen mit Behinderungen, die seitdem in jedem Jahr viel Beachtung und großen Anklang findet.
„Wenn wir zu Hause über Günter Tannenberger reden – was schon mal vorkommt, denn ich sehe ihn ja jede Woche mindestens ein Mal – dann spricht mein Sohn immer vom 'feinen englischen Herrn'. Und ich finde, das trifft seine Ausstrahlung wirklich gut, wegen der ihm auch schon von der Jugend einfach Respekt gezollt werden muss“, erzählte Antje Köster unter zustimmendem Beifall. Günter Tannenberger bedankte sich in gewohnt charmanter Weise bei Bürgermeisterin Köster für die freundlichen, fast freundschaftlichen Worte. Im Nachhinein begrüßte er es augenzwinkernd sehr, dass Antje Köster ihm die Auszeichnung nicht – wie es auch zur Option stand – in einer Magistratssitzung verliehen habe: „Wenn die rot-grüne Fraktion so viel Gutes über den 'schwarzen Bruder' aus dem Mund der Bürgermeisterin gehört hätte, wer weiß, wie das ausgegangen wäre“, schmunzelte er.
„Fels in der Brandung“
Inzwischen hat Tannenberger sich auch entschlossen, noch weiter in der Kommunalpolitik tätig zu sein. „In allen Ehrenämtern habe ich immer gesagt: das kann man nur machen, wenn es einem Spaß macht“, erklärte er seinen Einsatz für die Kommunalpolitik und für „seinen“ Verein. „Eigentlich wollte ich 2011, als ich noch einmal reaktiviert worden bin, ja nur noch mal für eine Legislaturperiode zur Verfügung stehen, um meiner Partei zu helfen. Lange habe ich mir überlegt, ob ich nun doch verlängern soll – schließlich hat meine Frau mir dazu geraten. Sie hat gesagt: 'Mach es, es macht dir doch Spaß!' Außerdem wird die Gesellschaft immer älter und auch die Senioren müssen ja vertreten werden.“ Auch die Gedanken an seine Enkelin Livia, sein „Sonnenscheinkind“, mit der seiner Familie viel Freude, aber auch eine Verpflichtung zugekommen sei, habe ihn motiviert, sich weiter in der Politik zu engagieren. „In all den Jahren haben meine Frau und meine Familie immer hinter mir gestanden und meine ehrenamtlichen Tätigkeiten mitgetragen – dafür danke ich ihnen allen sehr“, erklärte der Kommunalpolitker.
Auch Klaus Schindling, der Vorsitzende des Hattersheimer Stadtverbandes der CDU, gratulierte Günter Tannenberger im Namen seiner Partei zu der Auszeichnung mit der Stadtplakette in Gold. Er sprach Tannenberger großen Dank aus und beschrieb ihn mit Worten wie „Leidenschaft, Herzblut, starker Wille und Fels in der Brandung“. „Die Fraktion weiß, was sie an dir hat – es gibt nur wenige wie dich“, versicherte er seinem Freund. „Du machst ehrenamtlich einen Fulltime-Job, besonders, nachdem du nun auch als Vorsitzender meines Bürgermeisterwahlkampf-Teams fungierst. Wir wünschen uns, dass du noch lange dabei bleibst mit deinem gesunden Menschenverstand, der sich nicht verbiegen lässt!“ CCM-Vorsitzender Axel Knauber hatte zu diesem Wunsch gleich eine humorige Bemerkung: „Der Günter will doch noch 2020 mit de Kutsch durch Hattersheim fahren – der bleibt noch!“
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