Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms „Kunst und Kultur am Autoberg“ präsentiert Gloria Schneider Fotografien aus der Gothic-Kultur, auch „Schwarze Szene“ genannt. Am Freitag, 30. Januar, 14 Uhr wird die Ausstellung in der Caritas-Wohnungsloseneinrichtung in Hattersheim eröffnet. Die Exponate sind dann bis einschließlich 20. März zu den Öffnungszeiten zu sehen.
Gloria Schneider beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Fotografie – sie ist ihre große Leidenschaft. In dieser
Zeit konnte sich bereits mehrere Ausstellungen realisieren, u. a. auch im Haus Sankt Martin am
Autoberg“ in Hattersheim.
„Meine letzte Ausstellung widmete sich‘dem ehemaligen Polizeipräsidium in Frankfurt, das nach seiner
Schließung als ‚Lost Place“ gilt. Diese Ausstellung fand erfreulich große Resonanz: Sie wurde in der lokalen Presse positiv besprochen, zudem berichtete sogar ein südamerikanischer Fernsehsender darüber“, sagt die leidenschaftliche Fotografin.
Ihr fotografisches Hauptinteresse gilt den nicht alltäglichen, oft geheimnisvollen Motiven, die auch eine etwas düstere Note haben dürfen. Während sich ihre letzte Ausstellung mit der Geschichte eines Gebäudes befasste, richtet sich ihr aktuelles Projekt auf den Menschen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Gothic-Kultur. Die Gothic-Szene in Deutschland ist eine vielfältige, tiefgründige Subkultur, die sich durch ihre intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Romantik, Vergänglichkeit und Individualität auszeichnet.
Diese Subkultur ist geprägt von einer enormen Vielfalt an ästhetischen Ausdrucksformen und legt großen Wert auf persönlichen Ausdruck und die Abgrenzung von gesellschaftlichen Konventionen und Konsumzwängen. Viele Mitglieder gestalten ihre Kleidung und ihren Stil individuell selbst.
Die Stilrichtungen sind sehr vielfältig, von viktorianisch inspirierter Kleidung über Steampunk bis hin zu Cyber-Gothic. Make-up und Accessoires sind dafür ganz wichtige Ausdrucksmittel.
Viele in der Szene beschäftigen sich bewusst mit dem Tod und der Vergänglichkeit, oft als Mittel, um das Leben intensiver wahrzunehmen. Friedhöfe werden teilweise als Orte der Ruhe und Reflexion geschätzt, entgegen gängigen Klischees.
Das weltweit größte Treffen der Gothic-Szene ist das Wave-Gotik-Treffen (WGT) in Leipzig, das jährlich zu Pfingsten stattfindet
Es zieht Zehntausende Besucher aus aller Welt an und lässt die Stadt Leipzig "schwarz" erscheinen.
Neben Hunderten von Konzerten bietet das WGT ein umfangreiches Kulturprogramm mit Lesungen, Performances, Ausstellungen und dem traditionellen Viktorianischen Picknick im Clara-Zetkin-Park. Beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig hat Gloria Schneider zahlreiche Menschen aus dieser Szene porträtiert, um ihre Individualität und Einzigartigkeit hervorzuheben.
Die Fotografien, die sie nun im Haus Sankt Martin zeigt, sollen einen Einblick in das faszinierende Spektrum dieser alternativen Bewegung geben.

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