Reh totgebissen

Jirasek weist auf Leinenpflicht hin – Hundewiese wird im Sommer angelegt

Unterhalb der Bonifatiuskapelle soll im Hochfeld noch im Laufe des Sommers eine neue Hundewiese angelegt werden.

Am Montag wurde auf dem Weg zwischen Lindenstraße und den Tennisplätzen ein Reh durch einen Hund angegriffen. „Es war so schwer verletzt, dass es durch die Landespolizei erschossen wurde“, berichtet der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Vor diesem Hintergrund weist er noch einmal dringend auf die im Hochfeld geltende Leinenplicht hin. „Wir bitten die Hundehalterinnen und Hundehalter auch in den anderen Teilen der Gemarkung freiwillig ihre Hunde anzuleinen. Denn zurzeit befinden wir uns in der Brut- und Setzzeit der Wildtiere.“

Wildtiere bekommen von Anfang März bis September ihren Nachwuchs und sind deshalb besonders sensibel für Störungen. Gehölze dürfen wegen der Vogelbrut zurzeit nur in bestimmten Ausnahmefällen zurückgeschnitten werden, das Gleiche gelte für Baumfällungen. Hunde sollten nicht fernab der Wege frei über Wiesen, Ackerflächen und durch Gebüsch oder den Wald stöbern.

Viele Jahren lang war das Thema Leinenpflicht in Kriftel in den politischen Gremien ein Diskussionsthema. Vor allem auch, da in Kriftel Obstanbau betrieben wird, für den die Gemeinde in der gesamten Region bekannt ist. Obstanbauende und Jagdgenossenschaft mahnten immer wieder an, dass durch freilaufende Hunde Wildtiere gerissen beziehungsweise Muttertiere gestört werden, wodurch ihre Jungen nicht mehr versorgt werden, und dass erhebliche Schäden und Verunreinigungen an der Ernte durch freilaufende Hunde entstehen.

Daher wurde am 31. März in Kriftel mit Beschluss und Satzungsänderung die Leinenpflicht für das Hochfeld eingeführt (wir berichteten), die am 7. April 2023 in Kraft trat. Im Hochfeld befinden sich die größten zusammenhängenden Rückzugsräume für Wildtiere und landwirtschaftliche Flächen. Die Hundehalterinnen und Hundehalter können ihre Hunde weiterhin in den Gemarkungsbereichen „Mönchhof“ und „Läusgrund“ ohne Leine ausführen. Ein Kompromiss zwischen den Interessen der Hundehalterinnen und Hundehalter, der Landwirtschaft, des Obstbaues und des Naturschutzes. „Zurzeit sollten einsichtige Hundehalterinnen und Hundehalter aber auch hier ihre Vierbeiner angeleint lassen“, bittet der Erste Beigeordnete, der auch in der laufenden Ausschussrunde auf das Thema aufmerksam machte.

Damit es im Hochfeld künftig trotzdem die Möglichkeit gibt, Hunde mal so richtig rennen zu lassen, soll eine sogenannte Hundewiese angelegt werden. Im vergangenen Herbst hatte die Gemeindevertretung grünes Licht für die Errichtung gegeben. Noch diesen Sommer soll sie auf einem 1.300 Quadratmeter großen Grundstück unterhalb der Bonifatiuskapelle angelegt werden, teilte Jirasek jetzt in den Ausschüssen mit. Das Areal, an dem das Hochfeld angrenzt, wird fest eingezäunt. 30.000 Euro wurden im Haushalt dafür bereitgestellt. Die laufenden Kosten belaufen sich im Jahr auf 1.300 Euro.

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