Genügend Bedarf für eine Vorklasse

Kreistag beschließt Schulentwicklungsplan - Paul-Maar-Schule erweitert Angebot

Im November war Landrat Michael Cyriax beim Baustart für den Erweiterungsbau in der Paul-Maar-Schule zugegen, der Kreis hat sich nun im neuen Schulentwicklungsplan für die Einführung einer Vorklasse in der Schule entschieden, die möglichst schon zum kommenden Schuljahr kommen soll.
Im November war Landrat Michael Cyriax beim Baustart für den Erweiterungsbau in der Paul-Maar-Schule zugegen, der Kreis hat sich nun im neuen Schulentwicklungsplan für die Einführung einer Vorklasse in der Schule entschieden, die möglichst schon zum kommenden Schuljahr kommen soll.

gus

So ein Schulentwicklungsplan, wie er im Main-Taunus-Kreis alle fünf Jahre neu aufgestellt und beschlossen wird, enthält eine ganze Menge interessanter Zahlen und Statistiken. Sie sind die empirische Grundlage, die Erkenntnisse ermöglicht, in welche Richtung sich die Planungen verändern oder weiterentwickeln müssen, um wohnortnah die Lehr- und Betreuungsangebote anzubieten, die gerade benötigt werden. In der Sitzung des Kreistags vom Montag wurde nun der „Schulentwicklungsplan des Main-Taunus-Kreises für die Jahre 2025 – 2030“ beschlossen, wenn auch, wie die Jahresangabe verrät, offensichtlich etwas später als es gedacht war.

Aus Flörsheimer Sicht ist dabei die Paul-Maar-Schule mehr oder weniger naheliegend in den Fokus gekommen. Die längst laufende Erweiterung der Schule um ein zweites Schulgebäude mit vielerlei Aufgaben wurde im Herbst mit dem Spatenstich auf den Weg gebracht. Nun ist die Grundschule im Flörsheimer Norden eine von drei Einrichtungen im Kreis, in denen die Einführung von Vorklassen die pädagogischen Angebote verbessern soll. Gleiches geschieht zudem in der Drei-Linden-Schule in Bad Soden und der Steinbergschule in Hofheim. „Alle drei Grundschulen sind hierfür aufgrund ihres Standortes sowie des pädagogischen Konzepts sehr gut geeignet“, begründet die Kreisverwaltung die Auswahl. Umgesetzt werden soll dies möglichst schon zum Schuljahr 2026/27, spätestens jedoch zum Schuljahr 2027/28.

Begründet wird der Bedarf im Falle der Paul-Maar-Schule im Schulentwicklungsplan auch mit den Überlegungen zu dem Baugebiet „Nord VI“, wo eine dreistellige Anzahl Wohneinheiten entstehen könnte. Das ist freilich sehr gewagt, denn die im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) mit „A1“ ausgewiesene, potenzielle Neubaufläche der Kernstadt mit einer Größe von 3,7 Hektar, die hinter der Hausreihe an der Rheinallee zwischen Werner-von-Siemens-Straße und Weilbacher Straße anschließen soll, stieß bei der Eingabe der Stadt für den neuen Regionalen Flächennutzungsplan auf Widerstand des Regierungspräsidiums. Das pocht auf die Siedlungsbeschränkung in Flörsheim, zumal diese Fläche ziemlich genau unter der Einflugschneise zum Flughafen (bei Ostbetrieb) liegt.

Verwaltung und Stadtverordnetenversammlung zeigten sich daraufhin im Herbst einsichtig und beschlossen, das Projekt zumindest für die nächsten Jahre nicht weiter zu verfolgen. Die im Schulentwicklungsplan zu sehende Auflistung der Paul-Maar-Schule als Standort nahe des vermeintlichen künftigen Baugebiets, was soweit korrekt wäre, ist somit ohne Grundlage, was im Kreishaus offenbar auch bekannt war. „Entwicklung muss abgewartet werden“ ist als Anmerkung angefügt.

Der Plan zeigt die Entwicklung der Schülerzahlen an der Paul-Maar-Schule sowie die erwartete Entwicklung auf. Aus 273 Schülern in 13 Klassen im Schuljahr 2018/19 wurden im laufenden Schuljahr 307 Schüler in 15 Klassen, 2028/29 werden 314 in 18 Klassen erwartet, da die Schule von Drei- auf Vierzügigkeit aufstockt und zudem eine Intensivklasse eingerichtet hat. Nach 2029 wird die Schülerzahl an der Paul-Maar-Schule der Prognose nach übrigens stark sinken, 2031/32 nur noch 255 Schüler in wieder nur noch 15 Klassen an die Kunst des Schreibens und Rechnens heranführen. Nord VI ist in dem Zahlenspiel natürlich nicht einberechnet, daher der abzusehende Abwärtstrend, der aber mit dem Bedarf an einer Vorklasse nichts zu tun hat, weswegen der Beschluss zum Schulentwicklungsplan auch umgesetzt werden wird.

Steigende Schülerzahlen im Land

Die im Bericht aufgeführten Zahlen zur Entwicklung der Schüleranzahl in den verschiedenen Schulformen in Hessen seit 1990 zeigt übrigens, dass sich die Gesamtzahl von 596.769 Schülerinnen und Schülern seither, trotz sinkender Geburtenzahlen, mit leichten Schwankungen bis heute deutlich vergrößert hat. Derzeit werden demnach 709.000 Schülerinnen und Schüler in den sieben Schulformen unterrichtet (19 Prozent mehr als 1990), in diesem Jahr soll sie auf 720.000 steigen und erst nach 2034 mit dann 754.000 Schülerinnen und Schülern allmählich absinken.

Im Grundschulbereich waren die Veränderungen bei nur rund 15 Prozent Zuwachs von 227.000 auf aktuell 262.000 Schülerinnen und Schüler nicht ganz so stark. Die Statistik zeigt zudem, dass die Hauptschulen, nachdem sie zwischen 1990 (39.174) und 2020 (20.034) fast die Hälfte ihrer Schülerinnen und Schüler verloren hatten, ebenfalls wieder zulegen. Aktuell sind es wieder rund 25.000, bis 2029 mit dann 29.000 soll sich der Trend fortsetzen.

Die Gymnasien schließlich stellen in Hessen mit aktuell 226.000 Schülerinnen und Schülern die meistbesuchte Schulform nach den Grundschulen, was einem Zuwachs von 67 Prozent seit 1990 entspricht. Hier soll es bis 2036 noch einen kräftigen Zuwachs um weitere 14 Prozent auf dann 259.000 Schülerinnen und Schüler geben. Der lang erwartete Einbruch der Schülerzahlen kommt dann aber offenbar doch auch in unserer Zuwachsregion unweigerlich an.

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