Wenn ein Mordfall auf die Eigenheiten schrulliger Charaktere trifft, ist beste Unterhaltung garantiert. Mit ihrer Krimikomödie "Leichenfund im Tiefengrund" von Christine Steinwasser hat das Flörsheimer Amateurtheater (FAT) am vergangenen Wochenende die Kulturscheune in einen Schauplatz von Spannung, skurrilem Humor und überraschenden Wendungen verwandelt. Die Premierenaufführung begeisterte das Publikum mit Witz, schauspielerischem Talent und einer spannenden Inszenierung.
Bereits die Ausgangslage verspricht Gänsehaut und Lacher: In einer kleinen Pension in den Alpen, geführt von der resoluten Renate Rattenhuber, findet sich eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Lehrgangsteilnehmern ein. Doch die Idylle trügt - ein mysteriöser Mordfall lässt die Fassade der scheinbaren Harmonie schnell bröckeln. Jede der Figuren hat ihre Eigenarten, Geheimnisse und Motive, die sich in bissigen Dialogen und urkomischen Szenen entladen.
Ein mysteriöser Unbekannter, der sich als Ferrara ausgibt, übernimmt das Seminar, während die Teilnehmer – allesamt Polizisten - versuchen, den Mordfall zu lösen. Doch ohne Handyempfang und abgeschnitten durch einen Erdrutsch stoßen sie auf allerlei Hindernisse, und das Chaos nimmt seinen Lauf.
Die Polizisten, die eigentlich ihre beruflichen Fähigkeiten in einem Fortbildungsseminar verbessern wollten, finden sich bald in einem verzwickten Mordfall wieder. Die Umstände – der abgeschnittene Handlungsort und die undurchsichtigen Charaktere - erschweren die Ermittlungen. Hinzu kommen die Spannungen und Eigenheiten der Teilnehmer, die für zahlreiche humorvolle Momente sorgen. Während sich die Polizisten durch die verworrenen Hinweise arbeiten, offenbaren sich immer mehr Überraschungen, bis der Fall eine unerwartete Wendung nimmt.
Das Stück endet mit einer humorvollen und spannenden Auflösung, bei der der Mörder enttarnt wird, und zeigt, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Leichenfund im Tiefengrund besticht durch seine lebhaften Charaktere, überraschenden Wendungen und seinen humorvollen Umgang mit dem Krimi-Genre. Das Ensemble glänzt mit Jutta Mohr als Pensionswirtin Renate Rattenhuber, mit Jean Lauck oder Jonas Klaubitz als Hotelangestellter Michael Meuchelbacher, Eduard Astaschov als Seminarleiter Alechandro Ferrara, Charo Calleja-Martin als Manuela Mottenmörder, Katja Leppert als Mona Mammabauer, Edith Theimer als Alexa Marina, Jochen Stiller als Herrmann Held, Felicitas Weber als rebellische Hayden Faust und Jürgen Rippberger als Andreas Mauer. Gemeinsam schaffen sie eine dynamische Mischung aus Humor, Spannung und Überraschung.
Regisseurin Luzia Platt hat es mit viel Feingefühl geschafft, die Balance zwischen Krimi und Komödie zu halten. Die zahlreichen Wendungen, falschen Anschuldigungen und schließlich die überraschende Auflösung halten die Zuschauer bis zur letzten Minute in Atem.
Weitere Aufführungen von „Leichenfund im Tiefengrund“ finden am 22. und 23. November in der Kulturscheune statt. Ein Besuch lohnt sich - aber Vorsicht: Nicht jeder ist, was er zu sein scheint!