Die Stadtverwaltung Hattersheim am Main hat den Klimaschutzplan für 2026 vorgestellt. Mit zahlreichen Projekten von Trinkbrunnen über Solarkampagne bis hin zu E-Car-Sharing will die Stadt ihrem Ziel der Klimaneutralität bis 2045 näherkommen. Klimaschutzmanager Andreas Flettner koordiniert die umfangreichen Maßnahmen.
Die Stadt Hattersheim am Main geht den eingeschlagenen Klimaschutzweg konsequent weiter. Klimaschutzmanager Andreas Flettner hat den jährlichen Bericht mit den geplanten Maßnahmen für 2026 vorgelegt. Grundlage ist das 2024 beschlossene Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK), das die Weichen für die Klimaneutralität bis 2045 stellt. “Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die wir nur mit vereinten Kräften stemmen können”, betont Bürgermeister Klaus Schindling. “Mit unserem Maßnahmenplan 2026 setzen wir konkrete Projekte um, die unsere Bürgerinnen und Bürger direkt erleben und von denen sie profitieren werden. Wir verbinden Innovationskraft mit Bürgernähe – das ist gelebter Klimaschutz vor Ort.”
Solarenergie ausbauen und Gewerbe vernetzen
Ein Schwerpunkt liegt 2026 auf der Förderung erneuerbarer Energien. Im Frühjahr startet eine umfassende Solarkampagne mit Fördermitteln des Landes Hessen. Durch Beratungsangebote und Veranstaltungen sollen Bürgerinnen und Bürger motiviert werden, Photovoltaikanlagen zu installieren und so die Energieproduktion im Stadtgebiet zu erhöhen. Parallel baut die Stadt die Solaranlagen auf eigenen Gebäuden weiter aus. Eine Besonderheit: Als erste Kommune im Versorgungsgebiet der Syna nutzt Hattersheim im Stadtmuseum die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Damit kann produzierter Solarstrom direkt an die Mieter vor Ort weitergegeben werden.
Auch die heimische Wirtschaft wird eingebunden: Ein neues Energienetzwerk für Gewerbe, Handel und Dienstleister ermöglicht den Know-how-Transfer zwischen Unternehmen. Eine Kommunikationsagentur entwickelt das Konzept und übernimmt die professionelle Moderation der Treffen.
Klimaanpassung und nachhaltige Mobilität
Der Klimawandel macht auch Anpassungsmaßnahmen nötig. Deshalb plant die Stadt die Installation von Trinkbrunnen in jedem Stadtteil. Die Standorte und Wartungsmodalitäten klärt die Verwaltung derzeit mit den Stadtwerken, Fördermittel des Landes Hessen sind möglich. Zudem wird das Umfeld der TVO-Halle in Okriftel mit bereits akquirierten Fördermitteln entsiegelt.
Bei der Mobilität setzt Hattersheim auf innovative Konzepte: Ein E-Car-Sharing-System ist als Teil eines ganzheitlichen Mobility-Hubs am Bahnhof angedacht. Dieser soll bestehende Angebote wie Bahn, Bus und Taxi mit E-Car-Sharing, Bike-Sharing, E-Scootern und Lademöglichkeiten ergänzen. Die Umsetzung hängt allerdings vom Bahnhofsausbau der DB AG ab. Unabhängig davon wird die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität haushaltsneutral weiter ausgebaut.
Müllvermeidung und Energiemanagement
Handlungsbedarf besteht bei der Müllvermeidung: Mit rund 152 Kilogramm Restmüll pro Einwohner liegt Hattersheim im Main-Taunus-Kreis auf einem der hinteren Plätze. Mithilfe von Aktionen, mehrsprachigen Infobroschüren und Kampagnen sollen die Bürgerinnen und Bürger für das Thema sensibilisiert werden. Die Stadtwerke übernehmen hier die Verantwortung.
Ein wichtiger Baustein ist das kommunale Energiemanagement: 2026 werden moderne Messeinrichtungen in allen städtischen Gebäuden installiert, um Verbräuche automatisch zu erfassen. Auf Basis dieser Daten sollen Sparmaßnahmen entwickelt und 2027 eine Zertifizierung nach ISO 50001 erreicht werden. Zudem wird eine Klimakommission gegründet, die den Prozess begleitet.
Bürgermeister Klaus Schindling hebt insbesondere die Stärke der Organisationsstruktur hervor: "Im Referat Bauen, Planen, Klima sind für den Klimaschutz wichtige Fachbereiche gebündelt – von der Stadtplanung über das Gebäudemanagement bis zum Klimaschutzmanagement. Diese Vernetzung schafft kurze Wege, ermöglicht Synergien und bringt neue Ideen durch fachübergreifende Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Maßnahmen hervor."
Weitere Aktionen wie das Stadtradeln 2026, die Ausweitung des Mehrwegkonzepts auf Vereinsveranstaltungen und Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger runden das Programm ab.

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