Vierzehn Anträge und ein lobenswerter Beschluss

Erste Sitzung des Kinder-Parlaments 2022 der „Regenbogenschule“ / Spende für das Haus St. Martin

Das neue Kinderparlament der Regenbogenschule formierte sich nach der 1. Sitzung mit (von links nach rechts) Parlamentspräsidentin Myriam Jung, Bürgermeister Klaus Schindling, Jörg Schmidtmer ( Grünflächenamt) und Schulleiter Uwe Simon zum Foto.
Das neue Kinderparlament der Regenbogenschule formierte sich nach der 1. Sitzung mit (von links nach rechts) Parlamentspräsidentin Myriam Jung, Bürgermeister Klaus Schindling, Jörg Schmidtmer ( Grünflächenamt) und Schulleiter Uwe Simon zum Foto.

Das neu zusammengesetzte Kinder-Parlament der „Regenbogenschule“ versammelte sich am Mittwoch, 6. Juli, im Hessensaal des Alten Posthofes. 16 gewählte Mädchen und Jungen aus den vierten Grundschulklassen trafen sie sich mit der Parlamentspräsidentin Myriam Jung und Vertretern der Stadt. Die Parlamentspräsidentin begrüßte die Jung-Parlamentarier, ebenso Bürgermeister Klaus Schindling sowie Jörg Schmidtmer, Fachbereichsleiter für Grünanlagen und Friedhofswesen und Schulleiter Uwe Simon. Entsprechend der Geschäftsordnung galt es zunächst die beiden Stellvertreter für die Parlamentspräsidentin zu wählen. Emil und Lea erhielten die meisten Stimmen und nahmen die Wahl gerne an. Sie werden jetzt Myriam Jung bei ihren organisatorischen Aufgaben in der Parlamentsarbeit unterstützen. Die Parlamentspräsidentin erläuterte danach die Aufgaben und Möglichkeiten, die die Jung-Parlamentarier jetzt innehaben. So kann das Kinder-Parlament frei über die Verwendung von einem Budget von 900 Euro entscheiden. Hiermit sollen die Lebensbedingungen für die Kinder und Mitbürger in der Stadt verbessert werden. Aus den Anträgen können dementsprechend sinnvolle Projekte zur Umsetzung kommen. Die Kinder nahmen diese Mitteilung erfreut zur Kenntnis und machten sich an die Arbeit.

Es galt jetzt die insgesamt 14 vorliegenden Anträge mit den Vertretern der Stadt zu bearbeiten. Mehrfach ging es bei den Anträgen um Verkehrsanliegen, Spielmöglichkeiten, einen Streichelzoo sowie um allgemeine Anliegen, die das Leben in Hattersheim für alle Mitbürger erfreulicher machen sollen. Schüler der Klasse 4 b forderten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf dem Schulweg zur Regenbogenschule im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße die Einrichtung einer Einbahnstraße. Der Bürgermeister erklärte, dass die Einrichtung einer solchen Verkehrsführung hier problematisch sei. „Auf Einbahnstraßen fahren die Verkehrsteilnehmer häufig eher schneller“, erklärte er, „auch das Parkverhalten hier ist bedauerlich.“ Experten der Stadt und die Schulleitung wollen sich erneut zusammensetzen, um Maßnahmen zu beschließen, die die Verkehrssicherheit für die Schüler weiter erhöhen. Die Jung-Parlamentarier äußerten sich positiv zu dieser Ankündigung. Andere Kinder möchten den Einsatz von Schulbussen für die Mädchen und Jungen, die einen besonders langen Schulweg haben. Der Bürgermeister versprach prüfen zu lassen, ob morgens die Linienpläne der Stadtbusse so verändert werden können, so dass die Regenbogenschule dann angefahren wird. Für den Weg nach Schulschluss empfahl er einen „kleinen“ Fußmarsch.

Aus der Klasse 4 c kam die Anregung, in der Stadt die Fußgängersignalanlagen so zu schalten, dass es kürzere Wartezeiten für die Fußgänger gibt. Klaus Schindling erklärte, dass bei diesen Intervallschaltungen alle Verkehrsteilnehmer grundsätzlich gleichberechtigt zu behandeln sind. Für die Ampel in Richtung „Grünes Haus“ könnte eventuell eine Sonderregelung eingerichtet werden, damit Fußgänger die Straße hier häufiger queren können. Die Jung-Parlamentarier zeigten sich hiermit zunächst zufrieden.

Andere Antragsteller wünschen einen größeren Baumbestand in Hattersheim. Der Bürgermeister sieht ebenso die zahlreichen positiven Aspekte durch mehr Anpflanzungen. Er versprach, dass in der Stadt in den nächsten Jahren bis zu 1.000 neue Bäume gepflanzt werden. Auch die Müllsituation wollen Kinder der Regenbogenschule in der Stadt verbessert sehen. Klaus Schindling forderte die Schüler auf, ihm Informationen zukommen zu lassen, wo zu wenig Mülleimer aufgestellt sind und wo neue aufgestellt werden sollten. In einem Antrag aus der Klasse 4 c wird mehr Weihnachtsschmuck in Hattersheim gefordert. Der Bürgermeister zeigte auch hier viel Verständnis und sprach die Bemühungen an, schon in den letzten Jahren durch mehr Tannenbäume und sonstigen Weihnachtsschmuck den Straßen und Plätzen der Stadt mehr weihnachtlichen Glanz verliehen zu haben. Auch für die kommende Weihnachtszeit versprach er weitere bereichernde Maßnahmen.

Natürlich wünschen sich Kinder immer wieder bessere Spielmöglichkeiten. Auf der Wiese am „Grünen Haus“ sollen zwei Tore aufgestellt werden, damit hier ein interessanteres Fußballspiel möglich wird. Jörg Schmidtmer vom Grünflächenamt verwies auf die Untergrundlage hier: „Der Boden ist derart durch Steine verfestigt, dass hier größere Veranstaltungen stattfinden können, beispielsweise die Oldtimer-Ausstellung. Aber Fußballtore können leider nicht aufgestellt werden. Spielen auf der Wiese macht doch ohne Tore ebenso Spaß“, erklärte er. Auch den Wunsch nach einem Kunstrasenfeld auf dem Abenteuerspielplatz musste er ablehnen, denn ein Kunstrasen muss eingezäunt sein. Dies ist hier nicht möglich. Aber dem gewünschten Aufbau eines zweiten Basketballkorbes würde er nicht widersprechen.

Dem Wunsch nach einem Trampolin auf dem Schulhof der Regenbogenschule musste Schulleiter Uwe Simon widersprechen. „Da im nächsten Schuljahr noch mehr Schüler die Regenbogenschule besuchen werden, fehlt auf dem Schulhof einfach der Platz für eine Trampolin-Anlage“, erklärte er. Außerdem sei der Main-Taunus-Kreis für die Errichtung einer solchen Anlage zuständig.

Auch dem Antrag nach einem Klettergerüst auf dem Spielplatz am Rosenpark konnte auf dieser Sitzung nicht stattgegeben werden. Der Bürgermeister erklärte, dass dieses Gelände der Eigentümer-Gemeinschaft des Rosenparks gehört und nur die Eigentümerversammlung eine solche Anlage beschließen kann. Hier müssten Eigentümer von Wohnungen aktiv werden, um ein neues Spielgerät installieren zu lassen.

Einen positiven Bescheid erfuhren die Antragsteller aus der Klasse 4 c, die sich mehr Streichelmöglichkeiten für Kinder im Kleintierzoo von Hattersheim wünschen. Nach einer Termin-Absprache mit der Zoo-Leitung können Besucher die Anlage betreten und die Tiere, beispielsweise während der Nahrungsaufnahme, streicheln. Dies gilt sogar für größere Gruppen wie Schulklassen.

Und dann gab es noch den Antrag aus der Klasse 4 c: „Wir wollen arme Leute in Hattersheim ohne Wohnung aus unserem Budget unterstützen.“ Schulleiter Uwe Simon erinnerte in der Diskussion daran, dass im Schulbezirk der Regenbogenschule das Betreuungshaus für Wohnsitzlose „St. Martin“ besteht. Jetzt entwickelten sich die Gespräche unter den Jung-Parlamentariern zu dem Zwiespalt: Spende für das Haus St. Martin oder Anschaffung eines zweiten Basketballkorbes für den Abenteuerspielplatz. Es kam zu einer Kampfabstimmung. 11 Kinder votierten für eine Spende von 900 Euro an die Wohnsitzlosen-Einrichtung, fünf Stimmen gab es für den Basketballkorb. Damit stand die Spendenaktion fest. Der Schulleiter wird sich jetzt mit dem Leiter des Hauses St. Martin abstimmen, wann das Kinderparlament der Regenbogenschule die Spende vor Ort übergeben kann.

Auch Parlamentspräsidentin Myriam Jung fand diesen Beschluss ausgezeichnet. Sie konnte abschließend allen Anwesenden nur noch einen schönen Nachmittag wünschen und die Sitzung schließen.

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Sicherheitsprüfung
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.


X