Etwas unglücklich musste sich in der Hessenliga der FC Eddersheim mit einem 1:1 (0:0) als Gast des VfB Marburg begnügen. Beim Tabellenfünfzehnten kassierten die Gäste einen höchst umstrittenen Treffer der Lahnstädter. Eddersheims rechter Außenverteidiger Neway zog sich beim Verteidigen einen Muskelfaserriss zu und konnte so die Flanke seines Gegenspielers nicht mehr verhindern. Der Ball kam zu Williams, der das Leder zur 1:0-Führung der Marburger aus klarer Abseitsstellung verwandelte.
Schiedsrichter Rau gab den Treffer trotz heftiger Proteste der Gäste, die auf dem tiefen Geläuf aber trotzdem den Kopf nicht hängen ließen. In die Karten spielte dem FCE dabei ein Platzverweis gegen Marburgs Sedy, der nach wiederholtem zu harten Einsteigen die Gelb-Rote Karte sah (56.). Aus dieser Überzahl zog der Gast geschickt Profit, der eingewechselte Zem Kara markierte mit einem Schuss aus 17 Metern das hoch verdiente 1:1. „Ein tolles Tor“, so Trainer Carsten Weber, der anschließend erneut mit dem Schiedsrichter haderte. „Wir hätten gerne noch einen Elfmeter oder zwei bekommen müssen“, monierte Weber, der von einer konsequenten Verteidigung seiner Mannschaft sprach.
So blieb es trotz einiger hochkarätiger Eddersheimer Chancen beim für Marburg schmeichelhaften Unentschieden, der FCE bleibt auf dem zehnten Tabellenplatz in der höchsten Liga unseres Bundeslandes. Zuvor sahen die rund 200 Zuschauer eine insgesamt ausgeglichene Partie mit leichten Vorteilen für die technisch besseren Gäste. Bereits in der ersten Halbzeit war Velose ein Strafstoß verweigert worden, als der unsichere Schiedsrichter auf Freistoß statt auf Elfmeter entschied.
Am kommenden Sonntag (15 Uhr) soll Webers Team im Heimspiel gegen den Hünfelder SV wieder auf drei Punkte kommen, der Rückstand auf Platz sieben (Friedberg) ist äußerst gering. An die Spitze kann der FC Eddersheim jedoch nicht mehr vorstoßen, dazu ist der Rückstand bei 14 Punkten zum Überraschungs-Tabellenführer Rot Weiß Walldorf und seinen Verfolger FSV Fernwald bereits zu groß.
Der Gegner aus Hünfeld ist Tabellenfünfter und noch in Sichtweite der Eddersheimer. Allerdings liegt auch zwischen den FCE und Hünfeld bereits ein Vorsprung von neun Punkten für die Gäste, die bisher zu den positiven Überraschungen der Hessenliga gehören. „Das wird eine ganz schwere Aufgabe gegen das kompakte Hünfeld“, meine Weber.
Im Kampf um den Regionalligaaufstieg zählt neben Walldorf und Fernwald noch die immer stärker werdende Reserve von Darmstadt 98 zu den Mitanwärtern für den ganz großen Coup, mit nur einem Punkt Rückstand auf Fernwald.