„Die Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens“ (Jean Paul). Unter dieser Überschrift steht das neue Programm für das Veranstaltungsjahr 2026, das der Leiter des Hauses Sankt Martin, Klaus Störch, gemeinsam mit dem Hofheimer Künstler Erhard Scherfer zusammengestellt und nun der Öffentlichkeit vorstellt:
Das Haus Sankt Martin am Autoberg in Hattersheim ist eine Einrichtung der Wohnungsnotfallhilfe. Träger ist die Caritas Main-Taunus. Zum Kerngeschäft zählen die Beratung, Begleitung und Unterstützung von Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten (§67 Sozialgesetzbuch/SGB XII).
Kulturelle Teilhabe ist Menschenrecht
Daneben organisiert die Facheinrichtung freiwillig und auf der Grundlage bürgerschaftlichen Engagements seit nunmehr über 20 (zwanzig) Jahren das Veranstaltungsprogramm „Kunst und Kultur am Autoberg“.
Kulturelle Teilhabe ist ein Menschenrecht (vgl. UN-Menschenrechtskonvention, Art. 27). Rund 190 Veranstaltungen wurden bis heute durchgeführt.
Kulturelle Bildung soll allen Menschen zugänglich sein und ihnen Möglichkeiten zur kulturellen Entfaltung, Sinnstiftung und Orientierung bieten. Kulturelle Teilhabe ist damit ein wichtiger Garant für den sozialen Frieden und die Demokratiefähigkeit unserer Gesellschaft“, meint Störch.
Das Projekt fördere das Zusammenleben durch die gemeinsame Teilhabe an Kunst und Kultur und öffnet sich ausdrücklich für alle sozialen Schichten und Klassen, erklärt der Kunst- und Kulturschaffende weiter. Es ermögliche Menschen die Teilhabe an Kunst und Kultur, die sonst ausgeschlossen sind. Es würden Berührungsängste abgebaut, neue Blickwinkel ermöglicht und das soziale Miteinander gefördert. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler unterstützten das Kulturprogramm ehrenamtlich.
Schön unheimlich – unheimlich schön
Auch im kommenden Jahr spielt die Fotografie eine herausragende Rolle. Das Kulturprogramm startet im Januar mit der Ausstellung von Gloria Schneider mit dem Titel „Schön unheimlich – unheimlich schön“. In ihren neuen Arbeiten steht die deutsche Gothic-Szene im Mittelpunkt. Gothic, das ist eine vielfältige und tiefgründige Subkultur, die sich durch ihre intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Romantik, Vergänglichkeit und Individualität auszeichnet. Ihre Fotos entstanden beim Wave-Gothic-Traffen (WGT) in Leipzig.
„Liebe, Mord und Schicksalsschläge“ – Deutsche Balladen
Um „Liebe, Mord und Schicksalsschläge geht es im Februar in der Lesung der Eddersheimerin Renate Fietzek. Sie bringt auf unterhaltsame Weise den Hörerinnen und Hörern die spannendsten deutschen Balladen näher.
Im März zeigt Peter Dommermuth, Vorsitzender des Flörsheimer Fotoclubs, seine Fotografien, die er auf einer Reise nach Namibia aufgenommen hat.
„Dach überm Kopf“ – Kritische Soziale Arbeit
„Dach überm Kopf“, so heißt die Lesung mit dem bekannten Wiesbadener Schauspieler Armin Nufer (https://www.filmmakers.eu/de/actors/armin-nufer). Er liest aus den gesammelten kritischen Texten zur Sozialen Arbeit von Klaus Störch, die in den vergangenen 30 Jahren in Sammelbänden, Zeitschriften und Zeitungen erschienen sind.
Franziska Franz, die Frankfurter Kriminalschriftstellerin und Podcasterin liest Ende April aus ihrem True-Crime „Tatort Kettenhofweg“. Fesselnde Spannung pur an einem Freitagnachmittag in Hattersheim über eines der brutalsten Verbrechen Deutschlands.
Was ist eigentlich Light-Painting?
Der Kriftler Fotograf Thomas Wiegand entführt die Kunstinteressierten im Mai in die Welt des Light-Painting. Light-Painting bzw. Light-Writing (dt. Zeichnen/Malen/Schreiben mit Licht) ist eine fotografische Technik aus der Langzeitbelichtung, in welcher Fotografien in der Regel bei Dunkelheit oder in abgedunkelten Räumen durch die Bewegung einer (oder mehrerer) Lichtquellen (oder durch Bewegung der Kamera) gemacht werden.
„Nicht nur zur Weihnachtszeit“, frei nach Heinrich Böll, ist das Sommerfest der Wohnungsloseneinrichtung im Juni überschrieben. Denn Armut und Obdachlosigkeit sind nicht nur in der Adventszeit ein gesellschaftliches Thema.
Nordsee-Aquarelle
Der Sommer, das ist Reisezeit. Für alle die sich einen Urlaub nicht leisten können, öffnet die Hattersheimer Hobby-Malerin Karin Beck ihr Fenster zur deutschen Nordsee. Sie zeigt die Schönheiten ihrer Sehnsuchtsorte am Meer.
„Frankfurt – ungeschminkt“
Einen fotografischen Leckerbissen präsentiert das Haus Sank Martin im August. Zu Gast ist der bekannte Leica-Fotograf Denis Unter, der gerade ein hervorragendes Foto-Buch herausgegeben hat. Titel: „Frankfurt – ungeschminkt“.
Frankfurt – ungeschminkt öffnet den Blick auf eine Stadt, die zwischen Glanz und Zerbrechlichkeit lebt. Die Fotografien und Texte erzählen von Menschen, Begegnungen und gesellschaftlichen Spannungsräumen, die den Alltag prägen — oft sichtbar, oft übersehen. Der Bildband verbindet persönliche Erfahrungen mit dokumentarischer Klarheit und schafft ein ehrliches Porträt Frankfurts. Die Lesung und die Ausstellung im Haus Sankt Martin vertiefen diesen Blick und laden dazu ein, die Stadt in ihrer Nähe, ihrer Wucht und ihrer Wirklichkeit neu zu entdecken.
„Collateral Eyes – Streetphotographie“
Das Fotografen-Kollektiv „Collateral Eyes“ zeigt die Möglichkeiten der Straßenfotografie auf,
das bedeutet, flüchtige Momente festzuhalten, ungewöhnliche Blickwinkel einzunehmen und im Alltag kunstvolle Kompositionen zu finden. Diese Ausstellung ist im September zu sehen.
„Runter vom Platz“
„Runter vom Platz“ heißt es dann im September, wenn Klaus Störch, langjähriger Leiter des Hauses Sankt Martin am Autoberg, „Abschied“ von seinen Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden, Weggefährtinnen und Weggefährten und der Stadtgesellschaft nimmt. Es gibt Kaffee, Kuchen, Selters und Sekt.
Mit den Pilzen auf Augenhöhe steht der Hattersheimer Fotograf Rainer Stautz. Er führt ein in die fantastische Welt der heimischen Pilze.
Hessisch für Anfänger, Teil II
Hessisch für Anfänger, Teil II, heißt es im November, wenn das Urgestein des Humors, Manfred Wiegand unter dem Motto „Manni babbeld midd de Leud“ zu Kaffee und Kuchen einlädt.
200x Kunst und Kultur am Autoberg: „Ausfahrt freihalten“
Zwei Kunstgattungen: Fotografie und Lyrik begegnen sich in „Ausfahrt freihalten“. Die Fotoarbeiten des deutsch-amerikanischen Künstlers Michael Fann und des Gedichte Frankfurter Lyrikers Bernd Stickelmann lenken den Blick auf das Flanieren und Wahrnehmen in der Stadt: Träume, die in der Stadt geweckt werden, auch Erwartungen und Hoffnungen, die sie unter sich begräbt.
„Hattersheim lebt …“
Das Kulturjahr 2026 endet mit einer Ausstellung der Hattersheimer Fotogruppe um Sarah Hess. Im Mittelpunkt – wie sollte es anders sein – steht Hattersheim und seine Ortsteile. Die Fotogruppe eröffnet neue Perspektiven auf die Stadt am Main.
Am 23. Dezember 2026 findet zum 25. Mal die traditionelle Weihnachtsfeier für Wohnungslose und Bedürftige statt.

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