Jetzt kann Weihnachten kommen !

Märkte in Bischofsheim und Gustavsburg eröffneten am 1. Adventswochenende die Festzeit an der Mainspitze

 

BISCHOFSHEIM/GUSTAVSBURG (gus) – Jetzt rückt das Weihnachtsfest doch in großen Schritten näher, gefühlsmäßig betrachtet. Denn an der Mainspitze zogen am ersten Adventswochenende gleich zwei lokale Feste im Zeichen der nahenden Weihnachtszeit die Menschen in den Bann und stimmten auf die kommende Zeit ein.
Obwohl die Besucher der Weihnachtsmärkte in Bischofsheim und Gustavsburg in diesem Jahr erwartungsgemäß mangels verzaubernden Schnees auf eine winterliche Szenerie verzichten mussten, war es am Wochenende doch immerhin kalt genug, um den Drang zu den klassischen Warmgetränken zu entwickeln, die in Winter und zu Weihnachten angesagt sind, also vornehmlich Glühwein oder Punsch.
 
Etablierte Strukturen in Bischofsheim
Der auf die Nachmittage und Abende am Samstag und Sonntag beschränkte Bischofsheimer Weihnachtsmarkt begann für drei der Gruppen, die die Stände beschickten, am Samstag mit einer bösen Überraschung: Ihre Buden waren in der Nacht aufgebrochen und vornehmlich deponierter Glühwein entwendet worden (siehe Polizeibericht). Tröstlich wäre es zu wissen, wenn das Diebesgut von den Aufbrechern wenigstens als Weihnachtsgeschenk diente, aber das erscheint unwahrscheinlich.
Die Besucher bekamen davon nichts mir, als die Lichterketten an den Buden zu leuchten und die Gruppen ihre Angebote unter das Volk zu bringen begannen. Trotz einiger Wechsel in der Standbesetzung waren es doch weitgehend die gewohnten Strukturen, in denen sich der vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) und den Anbietern zusammen organisierte Markt bewegte.
Neu war hauptsächlich die ausgedehnte Nutzung des Rathausparkplatzes, auf dem gleich zwei Attraktionen für Kinder zu finden waren: neben dem klassischen Karussell auch eine Rundbahn der ESV-Großbahner. Die bekamen so, die Gelegenheit sich einem größeren Publikum vorzustellen, das über den Ticketverkauf auch ein paar Euro in die Abteilungskasse spülte. Bei der Premiere auf dem Weihnachtsmarkt vor zwei Jahren hatte der ESV mit einem kleineren Oval am Palazzo vorlieb nehmen müssen. Mit dem neuen Standort ist die Resonanz deutlich höher geworden.
Die Erfahrung, dass der Palazzo für viele schon zu weit abseits des Geschehens liegt, machten in diesem Jahr die Kunsthandwerker, nachdem ihr bisheriger Standort im Ortsgericht wegen der Aufgabe des Raumes in der Schulstraße durch die Gemeinde nicht mehr zur Verfügung steht, sodass der Palazzo als Ausweichquartier diente.
Zur Eröffnung des Bischofsheimer Weihnachtsmarktes gehören auch die Ansagen von „Radiomoderator“ Horst Nemeth, der in Interviewform den Weihnachtsmarkt und seine Protagonisten vorstellte. Auf der Rathaustreppe stand wieder die Bischofsheimerin Sängerin Irmtraud Kaul und stimmte mit Adventsliedern auf die folgenden Stunden ein. Auftritte hatten auch Schüler der Georg-Mangold-Schule und der Musikschule Maier sowie die Sing- und Tanzgruppe der Wohnstätte Inselhof (Königstädten). Der TV 1883 schickte seine stets quirligen „Dancing Kids“ und die „XS Dancers“ vorbei.
Rund um den Bischofsheimer Weihnachtsmarkt haben sich in den vergangenen Jahren ergänzende Veranstaltungen etabliert, die einen lohnenden Abstecher versprechen. So waren die emsigen Damen der Initiative „Die Sonnigen“ wieder mit ihrem speziellen Weihnachtsmarkt dabei und setzten damit ihre 1997 begonnene Arbeit für die Tafeln fort. Sie verkauften im Hof der Familie Leberfinger in der Hochheimer Straße Geld für Lose, mit denen es attraktive Tombolapreise zu gewinnen gab – und das anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Gruppe nietenlos. Teilweise über das Jahr mühsam eingeworbene Preise gab es bei den „Sonnigen“ für einen guten Zweck zu erobern, aber auch eine Kuchentheke zu stürmen.
Auch die beiden Kirchengemeinden boten wieder ergänzende Veranstaltungen auf. Eigenständig, aber terminlich doch standesgemäß zeitlich an den „großen“ Weihnachtsmarkt gekoppelt ist der kleine Markt der Evangelischen Kirchengemeinde am Sonntagmittag. In den kleinen Holzbüdchen im Pfarrhof gab es neben anderen weihnachtlichen Genüssen vor allem auch die mühsam selbst hergestellte Latwerge zu kaufen. Fünf Zentner Obst hatte der zuständige Bastelkreis dafür wieder entkernt im katholischen Gemeindehaus in der Untergasse war am Wochenende ebenso Betrieb, der Garagenflohmarkt bot diesmal schwerpunktmäßig Dekorationen für den Gabentisch.
Zwei kompakte Tage Weihnachtsflair bekamen die Bischofsheimer insgesamt wieder geboten, die Frage wäre zu stellen, warum der Freitagabend nicht, wie in der Nachbargemeinde, einbezogen wird, dann lohnte sich der Aufwand für die Anbieter sicher noch mehr.
 
Gustavsburg überzeugt atmosphärisch
Unschlagbar in der Region ist die atmosphärische Unterstützung des Gustavsburger Weihnachtsmarktes durch das festlich beleuchtete Gebäudeensemble rund um den Cramer-Klett-Platz. Der ist nicht ausufernd groß, rund ein Dutzend Buden, ein Karussell und eine Bühne passten ziemlich genau auf das Karree. Sie bieten damit den für Gustavsburg genau passenden Rahmen eines örtlichen Vereinsfestes.
Denn die Vereine sind es, die die Arbeit leisten in den Buden, damit der Rest der Gustavsburger kulinarisch bestens versorgt feiern kann. Organisiert vom Sport- und Kulturbund, ist der Draht zwischen Initiatoren und Umsetzern in Gustavsburg kurz, was sich in einem detailliert abgestimmten Angebot zeigt – jeder Bude hat ein anderes Angebot parat.
Die 27. Ausgabe des Weihnachtsmarktes begann am Freitagabend mit einer kleinen Kuriosität in diesem trockensten aller November – Regen in der Region! Nichts Dolles, aber nieseliges Wetter, das wegen der niedrigen Temperaturen recht unangenehm wirkte, kam rund um den Startschuss durch Bürgermeister Richard von Neumann am Freitagabend auf. Kein Dauerzustand jedoch, die drei Tage waren dadurch nicht beeinträchtigt.
In Gustavsburg ist das Angebot an „Dinglichen“ auf weihnachtliche Handwerkskunst beschränkt, das Kulinarische steht im Vordergrund. Mehr Platz als früher nimmt auch hier inzwischen der kulturelle Rahmen ein, den der Evangelische Bläserchor, der Gesangverein Einigkeit und der Ginsheimer Posaunenchor ausfüllten. Der Weihnachtslied-Nachwuchs kam in Aufführungen der Musikschule Mainspitze und der Kita „Kastanienburg“ zu Gehör.
Und was macht… Ginsheim? Der dritte Mainspitz-Ort hat seine eigene Terminplanung, und die sieht erst für das übernächste Wochenende (9.-11.) den Weihnachtsmarkt im Altrheinort vor. Der hat vor den historischen Häusern in der abgesperrten Hauptstraße eine ähnlich heimelige Atmosphäre zu bieten wie ihn die Gustavsburger präsentieren. Und so werden sich am zweiten Dezemberwochenende wohl viele Weihnachtsfeierer des vergangenen Wochenendes in Ginsheim wiedersehen.

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