Gleich nach dem Jahreswechsel geht es bei den Flörsheimer Feuerwehren aufwärts auf der Karriereleiter, jedenfalls für alle, die im Vorjahr ihre Ausbildung erweitert haben. Denn der Neujahrsempfang ist der Rahmen, in dem die Führungskräfte den Aktiven, die sich im vergangenen Jahr über Aus- und Fortbildungen neue Kenntnisse und Fähigkeiten rund um das "Retten, Bergen, Löschen, Schützen" angeeignet haben, mit der Beförderung in die nächsten Dienstgrade den verdienten Lohn ihrer Anstrengungen übergeben. Die Versammlung im Feuerwehrhaus hatte da wieder einiges zu bieten, denn 26 Mitglieder der Einsatzabteilungen erhielten am Sonntag ihre Beförderungen. Dazu kamen 34 Aktive, die für ihre langjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr oder für besondere Leistungen ausgezeichnet wurden.
Für die Öffentlichkeit bietet diese jährliche Veranstaltung immer einen Einblick in die Stimmungslage, die Entwicklungen und Probleme dieser wichtigen Institution in der Stadt. Die funktioniert in den drei Stationen in Flörsheim, Wicker und Weilbach ausschließlich dank des ehrenamtlichen Engagements einer Reihe von Bürgerinnen und Bürgern, wie in den Ansprachen jedes Jahr mehrfach unterstrichen wird, so auch diesmal. Wie überall, ist es auch für die Feuerwehren ein steter Kampf, das gute Niveau des Brand- und Katastrophenschutzes in der Stadt und durch die Unterstützung im Katastrophenschutz auch im Landkreis aufrechtzuerhalten, wie Stadtbrandinspektor Markus Kaschel in seinem Bericht erwähnte. Aber alles in allem steht es um die Flörsheimer Wehren nicht schlecht, trotz der knappen Gelder in den öffentlichen Haushalten.
Nicht nur, dass sich 2026 an die Jubiläumsfeierlichkeiten der Wickerer Wehr zu deren 100-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr die der Weilbacher Wehr nun nahtlos anschließen, was immer einige öffentliche Veranstaltungen unter der Regie der Aktiven bedeutet. 2026 wird auch das Jahr der großen Investitionen in die Zukunft der drei Wehren. Wie Bürgermeister Bernd Blisch unterstrich, wird der Flörsheimer Haushalt für dieses Jahr, den der Rathauschef und Kämmerer an heutigen Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung vorlegen wird, bei den Investitionen in keinem anderen Bereich so viel Geld ausgeben wie für die Feuerwehren. Das hat natürlich, aber keineswegs nur mit dem Baubeginn für das neue Wickerer Feuerwehrhaus zu tun. Der Spatenstich ist für den 21. Februar neu terminiert, nachdem er im vergangenen Herbst wegen der finanziellen Schieflage abgesagt worden war.
Zudem erhält aber auch jede der drei Wehren in diesem Jahr ein neues Löschfahrzeug zur Verfügung gestellt, für das natürlich jeweils ein älteres Fahrzeug außer Dienst geht. Blitzneu präsentierte Kaschel in der Fahrzeughalle nach dem offiziellen Teil die bereits vollzogene erste Anschaffung für dieses Jahr: Die für die nächste Zeit schon vorgesehene Neuanschaffung eines Kommandowagens musste durch den im Juli 2025 entstandenen Motorschaden des bisherigen, gerade neun Jahre alten Fahrzeugs vorgezogen werde. So kann die Feuerwehrführung bei Einsätzen nun einen mit der neuesten Technik ausgestatteten VW Tiguan mit der bei den hiesigen Einsatzfahrzeugen üblichen Beklebung und vor allem der modernsten Technik nutzen.
Von den rund 80.000 Euro Anschaffungskosten für das 193-PS-Auto mit Turbodiesel-Motor gehen alleine 25.000 Euro für die feuerwehrspezifische Ausstattung drauf, erläuterte Kaschel. Das sind neben den üblichen Signalanlagen für ein ordentliches Tatü-tata auch „diverse Sprechfunkgeräte, spezielle Einsatzführungssoftware, Feuerlöscher, Handlampen“ sowie eine Wärmebildkamera, zählt der Stadtbrandinspektor auf. Kaschel oder seine Stellvertreter sollen dank des Fahrzeugs bei Einsätzen besonders schnell vor Ort sein können, um sich einen Überblick von der Lage zu verschaffen, bevor die Mannschaftswagen eintreffen. Es ist aber ansonsten, ohne aktuellen Einsatz, auch ein ganz normales Dienstfahrzeug.
Kaschel lobte in seiner Begrüßungsrede beim Neujahrsempfang die weiterhin gute Zusammenarbeit mit zwei für die drei Wehren wichtigen Einrichtungen: dem Shell-Tanklager und der Flörsheimer Polizeistation. Gemeinsame Übungen und ein konstruktiver Austausch der Verantwortlichen beider Partner zeigen die gute Zusammenarbeit. Beide Einrichtungen hatten auch Vertreter zum Empfang geschickt, die das Lob zurückgaben. Allerdings war es im Falle des Dienststellenleiters der Polizei, Michael Schulz, eher eine Abschiedsrede, denn er wird nach dreieinhalb Jahren in Flörsheim ab kommender Woche eine neue Aufgabe im Rheingau, in der Station in Idstein, übernehmen. Die Nachfolge in Flörsheim sei noch nicht geregelt, musste Schulz bekennen.
„Der Befehl für den Umzug ist bereits geschrieben“, versicherte der Erste Polizeihauptkommissar. Einen Moment könnte man gebraucht haben um zu verstehen, dass er damit nicht seinen Ortswechsel nach Idstein meinte, sondern den nahenden Umzug der Fastnachtsnarren durch die Flörsheimer Gassen. Schulz war dann auch immer dabei, und das gerne. Er lobte zurück, nämlich die funktionierende Zusammenarbeit mit den Feuerwehr-Verantwortlichen, die nicht an allen Standorten so harmonisch sei. Auf die „herausragende Arbeit“ könnten alle stolz sein. „Ich mache das allerdings beruflich, ihr ehrenamtlich.“
Auch Daniel Blambeck, Terminal-Manager beim Shell-Tanklager, dem Flörsheimer Betrieb mit dem erhöhten Sicherheitsbedarf, drückte bei seinem Rückblick auf 2025 seine „große Dankbarkeit für ein Jahr der starken Partnerschaft“ aus. Der offene, ehrliche und lösungsorientierte Austausch, „wenn beide Seiten einander zuhören und die besten Lösungen anstreben“, sei der Schlüssel zu einer Struktur, wie sie das Tanklager mit den hiesigen Institutionen gefunden habe.
Bürgermeister Bernd Blisch widmete sein Grußwort nach dem obligatorischen Dank an die Feuerwehren für ihren Einsatz zum Nutzen der Gemeinschaft den anstehenden Projekten für alle drei Standorte. Auch wenn das Geld knapp sei, „sind wir uns bei den Ausgaben für die Feuerwehren immer einig“, berichtete er aus dem Magistrat. Dass neben den Löschfahrzeugen nun auch noch das neue Kommandofahrzeug finanziert werden musste, habe zwar schon zu Nachfragen geführt, „ob das jetzt auch noch sein muss“, die Einsicht war aber doch da.
Die Investition von zehn bis zwölf Millionen Euro für das neue Wickerer Feuerwehrhaus entspreche dem, was die Stadt sonst für alle Vorhaben eines Jahres ausgebe, verdeutlichte der Bürgermeister die Dimension. Dazu kämen die Mittel für die Fahrzeuge. „Es sind Investitionen mit Gegenwert, das hat mit der Schieflage des Haushalts nichts zu tun, sie werten die Stadt auf.“ Er nannte den Einsatz der Jugendfeuerwehren und Minilöscher beim Tannenbaum-Einsammeln und Verteilen der Gelben Säcke als Beispiel für das über die eigentliche Beschäftigung hinaus reichende Engagement der Feuerwehren in der Stadt.
Die Feuerwehr in Zahlen
Kaschel berichtete, wie jedes Jahr, über die Entwicklung der Mannschaftsstärken und Einsätze im Vorjahr. Demnach gab es mit 339 absolvierten Einsätzen einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (282). Davon fielen 175 in Flörsheim an, 75 in Weilbach und 89 in Wicker.
Die Einsätze wurde von 148 Kräften abgearbeitet, das ist eine Kraft weniger als im Vorjahr. Die Flörsheimer sind mit 60 Aktiven dabei vorne, gefolgt von Wicker (53) und Weilbach (35). Damit standen einer gestiegenen Anforderung eine nahezu unveränderte Personallage gegenüber.
An Übungsdiensten fielen 2025 insgesamt 136 an, davon 39 in Flörsheim, 42 in Weilbach und 55 in Wicker. 262 Feuerwehraktive besuchten im vergangenen Jahr Lehrgänge, die Wickerer waren mit 107 Teilnahmen dabei weit vorne, gefolgt von den Weilbachern (82) und Flörsheimern (73).
Um den Nachwuchs kümmern sich acht Betreuer bei der Kinderfeuerwehr, verteilt auf je vier Kräfte in Flörsheim und Wicker. Sie betreuten 69 Kinder und damit eine ganze Ecke mehr als noch 2024 (52), hier liegt Wicker mit 29 Kindern vorne, vor Flörsheim (22) und Weilbach (18). Die Jugendfeuerwehr ist mit 67 Mitgliedern gegenüber 2025 leicht gewachsen (Vorjahr: 64), 32 sind in Flörsheim, 23 in Wicker und zwölf in Weilbach fest dabei.
Die Ehren- und Altersabteilung hielt mit 42 ehemaligen Aktiven fast den Bestand aus dem Vorjahr (43), davon stammen 16 aus Wicker, 14 aus Flörsheim und zwölf aus Weilbach. Wichtig für die finanzielle Grundlage der Aktivitäten ist die Mitgliederzahl in den Feuerwehr-Fördervereinen, die sich weiterhin oberhalb der 1.000er-Grenze bewegt.
Ehrungen/Beförderungen
Die Führungskräfte der Flörsheimer Wehren hatten nach den Reden jede Menge zu tun, um die zahlreichen Urkunden, Nadeln und Schecks für die Beförderungen und Auszeichnungen in den verschiedenen Kategorien an den Feuerwehrmann und die Feuerwehrfrau zu bringen. Mehrfach durfte oder musste dabei Kaschels Vorgänger Peer Neugebauer vortreten. Er durfte unter anderem das "Brandschutzverdienstzeichen in Silber" des Landes für seine langjährige Tätigkeit als Stadtbrandinspektor und Stellvertreter aus der Hand von Kreisbrandinspektor Kai Beuthien entgegennehmen. Die Beförderungen im Einzelnen:
Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr
Gabriel Bayer, Marlon Göttge, Max Neels, Laurens Spielmann, Maurice Zinkel (alle Flörsheim); Jonas Heimbuch, Lukas Kaschel. Jan Niedermeier, Jonas Zillat (alle Wicker).
Ernennung Feuerwehrfrau-Anwärterin/Feuerwehrmann-Anwärter
Katrin Göttge, Luisa Hofmann, Janina Lämmchen, Elena Milz, Gabriela Velcokova (alle Flörsheim); Kevin Aquilla (Wicker); Nico Scholze (Weilbach).
Beförderung Feuerwehrmann
Max Neels, Sebastian Schwarz (beide Flörsheim); Eric Treisbach (Weilbach).
Beförderung Oberfeuerwehrfrau/Oberfeuerwehrmann:
Aleksei Kolos, Nico Leonhardt (beide Flörsheim); Nico Kelich, Marvin Laubner, Michele Niedermeier (alle Wicker); Kilian Köpper, Tom Scholze (beide Weilbach).
Beförderung Löschmeister
Jan Meireis (Flörsheim).
Beförderung Oberlöschmeister/in
Daniel Hönes (Flörsheim), Alessia Hörning (Wicker), David Erlewein (Weilbach).
Beförderung Hauptlöschmeister
Thomas Dingeldein, Jan Schepula, Marcus Reif (alle Weilbach).
Beförderung Brandmeister
Tobias Heimbuch (Wicker).
Beförderung Oberbrandmeister
Marcel Ullrich (Wicker).
Ehrungen durch Nassauischen Feuerwehrverband
Ehrenmedaille in Silber für mindestens 20-jährige aktive Dienstzeit
Tina Kopp (Wicker).
Ehrenmedaille in Gold für mindestens 30-jährige aktive Dienstzeit
Patrick Fahlbusch (Flörsheim), Mario Kohle (Wicker).
Atemschutzehrenzeichen in Silber für mindestens fünfjährige Tätigkeit als Atemschutzgeräteträger
Viktoria Klik (Flörsheim).
Atemschutzehrenzeichen in Silber für mindestens 15-jährige Tätigkeit als Atemschutzgeräteträger
Mario Litzinger (Flörsheim).
Atemschutzehrenzeichen für mindestens 25-jährige Tätigkeit als Atemschutzgeräteträger
Sven Spielmann (Flörsheim).
Ehrungen durch das Land Hessen
Silbernes Brandschutzehrenzeichen am Bande für 25 Jahre Dienstzeit
Marc Gase, Christian Hardt, Jan Heß (alle Flörsheim); Dominik Lunk, Simon Donhauser (beide Wicker).
Goldenes Brandschutzehrenzeichen am Bande für 40 Jahre Dienstzeit
Markus Günther, Markus Kaschel, Gregor Staab (alle Wicker).
Goldenes Brandschutzehrenzeichen - Sonderstufe am Bande für 50 Jahre Dienstzeit
Rainer Süß.
Brandschutzverdienstzeichen in Silber für langjährige Tätigkeit als Stadtbrandinspektor und Stellvertreter
Peer Neugebauer.
Anerkennungsprämien des Landes
für langjährige Tätigkeit in der Einsatzabteilung:
Dienstzeit von 10 Jahren:
Niklas Herpich, Erik Seintsch (beide Flörsheim); Erich Appelmann, Rene Cönen, Guido Naumann, Thorsten Schröder, Markus Velten (alle Wicker); Jennifer Hauck (Weilbach).
Dienstzeit von 20 Jahren:
Tina Kopp (Wicker), Jan Schepula (Weilbach).
Dienstzeit von 30 Jahren:
Markus Ripperger (Flörsheim); Andreas Kopp (Wicker); Michael Flach, Markus Mayer, Christian Sachs, Thomas Schmidt (alle Weilbach).
Dienstzeit von 40 Jahren:
Peer Neugebauer (Weilbach), Stefan Triner (Flörsheim).
Dienstzeit von 50 Jahren:
Hans-Peter Windgass (Flörsheim).




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