Erste Jubiläumssitzung war ein voller Erfolg

Sechsmal elf Jahre: Der Carneval Club Mainperle Okriftel 1960 e.V. feiert in diesem Jahr sein 66-jähriges Bestehen

mpk

Am vergangenen Samstag startete der Carneval Club Mainperle Okriftel 1960 e.V. (CCM) im Haus der Vereine in seine diesjährige Sitzungssaison. Dort, wo in der Woche zuvor noch die Wilden Weiber Okriftel ihre Sitzungsrunde 2026 nach drei Terminen - primär in pink - erfolgreich abschließen konnten, feiert nun der CCM an ebenfalls drei Samstagen (und zusätzlich mit der Sitzung für Menschen mit Beeinträchtigung, siehe der gesonderte Bericht in dieser Ausgabe) ein ganz besonderes Jubiläum: Sechsmal elf Jahre lang gibt es den Verein nun schon, 66 Jahre also - und Schnapszahlen sind in Karnevalskreisen nun einmal etwas ganz besonderes: Schließlich symbolisieren sie die Gleichheit aller unter der Narrenkappe - und natürlich ist auch mal ein Schnäpschen im Fassenachtskontext nicht völlig aus der Luft gegriffen.

So begrüßte Sitzungspräsident Tim Fischer auch nach dem Einmarsch des Elferrats - unter tosendem Applaus und zur Musik von "JP & The Backgrounds" - das Publikum in der natürlich ausverkaufen Okrifteler Narrhalla. Die Weihnachtsbäume wurden gerade erst weggeräumt, die Silvesterfeierlichkeiten sind gefühlt auch gerade erst zu Ende gegangen - und nun ist endlich wieder Fassenacht.

Und Tim Fischer betonte, nicht ohne Stolz, dass der CCM auch nach 66 Jahren nicht müde wird auch mal neue Wege zu gehen: Am Senatsabend im vergangenen November hatten sie ihre Elferratsprüfungen jeweils mit Bravour bestanden, und so wurden diesmal neun Herren im Elferrat links und rechts von den ersten Frauen in diesem Gremium überhaupt flankiert: Von Tanja Becker und Yvonne Höhl. Ein progressiver Schritt, der offensichtlich auch auf viel Gegenliebe stößt, wenn man den besonders lauten Applaus für die beiden an diesem Abend zum Maßstab nimmt.

Und dann ging er auch schon los, der etwa fünfstündige kunterbunte Reigen, geprägt von Fröhlichkeit, Narretei und natürlich auch Können. Letzteres stellte direkt die Garde "Cascadas" des CCM eindrucksvoll unter Beweis: Wie aus einem Guss präsentierten die acht Tänzerinnen ihre einstudierte Choreographie, die sogar gespickt war mit einer waschechten Akrobatikeinlage, als eine Tänzerin von den anderen fast bis an die Bühnendecke hinaufgeworfen wurde.

Veteran in der Bütt

Zum großen CCM-Jubiläum ließ es sich auch das Fassenachts-Urgestein Manfred Göttlicher nicht nehmen, noch einmal in die Bütt zurückzukehren. Sitzungspräsident Fischer zufolge wollte der Verein seinen Aktiven zum 66. mal etwas gönnen, und so machte man sich auf die Suche nach einem hauseigenen Masseur. Göttlicher mimte einen der Bewerber und erschien in entsprechender Kluft, mit Schweißband auf der Stirn und Handtuch über die Schulter gehängt, auf der Bühne im Haus der Vereine. Dabei beschrieb er diverse Szenarien, in denen er in seinem Wunschberuf glänzen könnte: Vom Diätzwang nach allzu viel Völlerei bis hin zum Befeuern der lokalen Gerüchteküche - stets half "nur eins noch - der Masseur!"

Nachwuchs auf der Bühne

Auch der CCM-Nachwuchs wirkte fleißig mit. So tanzten die "Little Stars" zur Musik von "Mary Poppins" in der Kluft des weltberühmten Kindermädchens. Dabei trugen sie leuchtend-glitzernde Regenschirme, die sie im Laufe ihres Tanzes an die Mitglieder des Elferrats weitergaben. Die Herren und nun auch Damen ließen sich nicht lange bitten und schwangen die Schirme ebenfalls im Takt mit.

Die CCM-Jugend-Comedy-Gruppe "Sinnfrei" ist schon ein paar Jahre älter und zeigte einmal mehr einen fast halbstündigen Programmpunkt, der nicht nur beinahe schon als kurzes Theaterstück durchging. Und wie es sich für einen vorlauten Nachwuchs so gehört, waren manche dargebotenen Gags noch eine Spur frecher und derber als man das ohnehin schon von der Fassenacht so gewohnt ist.

In den Vorjahren hetzten sie noch als Geisterjäger auf der Jagd nach "untoten" Fußballlegenden über die Bühne oder persiflierten die ABBA-Filmkomödie "Mamma Mia!". Diesmal zeigten sie die Irrungen und Wirrungen rund um eine Jubiläumsparty für den CCM, für die viel zu spät mit den Planungen begonnen wurde.

Besonderer Gruß

Hoher Besuch hatte sich zum CCM-Jubiläum natürlich ebenfalls angekündigt - und dieser erschien dann auch: Ambett XXXIII. Tamara Fürstin zur Starkeburg (alias Tamara Drescher) aus Hofheim richtete besondere Grüße zum 66. Geburtstag aus. Und auch sonst waren an diesem viele Vertreterinnen und Vertreter befreundeter Karnevalsvereine nach Okriftel gekommen.

Ein Mann in den besten Jahren - und ein Motzer

Die Bütt blieb an diesem Abend nie lange verwaist. So präsentierte der 1. Vorsitzende des CCM, Frank Enders, seine Gedanken als "Mann in den besten Jahren". Von untalentierten Tätowierern bis zu Frauen in den Wechseljahren - jeder bekam sein Fett weg.

Und schließlich trat auch der ehemalige Sitzungspräsident Stefan Käck in diesem Jahr wieder in seiner Paraderolle als "Motzer" auf die Bühne. Naheliegend war es für Käck, im Berufsleben tätig als Persönlicher Referent von Bürgermeister Klaus Schindling, hier und da hämisch über die Stimmungslage sowie Klatsch und Tratsch aus dem Hattersheimer Rathaus zu berichten. Dabei hoffte er auch auf Beistand durch den neuen digitalen Bürgerservice in Form von Chatbot "Klausi".

Musik und Tanz am laufenden Band

Natürlich war das längst nicht alles, was die diesjährige Premierensitzung - nur unterbrochen von dreimal elf Minuten Pause - zu bieten hatte: Die karnevalistischen Highlights gaben sich die Klinke in die Hand. Die CCM-Tanzgruppen "Dancing Divas", "Gasolina" und "Las Estrellas" verstanden es, mit ihren Darbietungen den Saal zum Überkochen zu bringen. Während die Gasolinas in diesem Jahr die Närrinnen und Narrhalesen in die Welt von 1000 und einer Nacht entführten, befinden sich "Las Estrellas" aktuell auf ihrer Abschiedstour.

Nicht zu vergessen ist natürlich auch das Männerballett "Taktlos", das diesmal den Wilden Westen als Motto für seine Performance auserkoren hatte.

Für musikalische Höhepunkte sorgten nicht zur zum Einmarsch des Elferrats "JP & The Backgrounds", ebenso wie die altbekannte "Bänd ohne Namen".

Die Fassenacht gehört zu Okriftel

Auch in diesem Jahr besteht kein Zweifel daran: Okriftel ist die Heimat der Fassenacht, und der CCM schafft es immer wieder, die kostümierte und feierlustige Narrenschar im Haus der Vereine über Stunden hinweg zu begeistern.

In der aktuellen Kampagne hat der Verein auch noch viel vor: Bis zum Aschermittwoch am 18. Februar stehen noch zwei weitere Sitzungen auf dem Programm (31. Januar und 7. Februar), ebenso der Hexenball am 12. Februar und Kinderfasching am Faschingsdienstag (17. Februar). Und natürlich wird der CCM auch noch an den Fassenachtsumzügen in Hattersheim (14. Februar) und Flörsheim (15. Februar) teilnehmen, diesmal unter dem Motto: "Back to the 60's".

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