Der Hattersheimer Magistrat wurde mit der Erarbeitung eines Gesamtkonzepts beauftragt, das Perspektiven für eine künftige Nutzung des Feuerwehrhauses Hattersheim sowie des städtischen Bauhofes inklusive des Recyclinghofes aufzeigt. Das Ergebnis der von der W2 ProjektManagement GmbH erstellten Machbarkeitsstudie liegt nun vor und wurde zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr am Dienstagabend vorgestellt.
Der Gebäudekomplex an der Ecke Schulstraße / Im Boden, in dem Feuerwache und Bauhof beheimatet sind, wurde 1963/1964 gebaut, in den 70er und 80er Jahren in Teilbereichen erweitert und bedarfsgerecht aus- sowie umgebaut. Den Verfassern der Machbarkeitsstudie zufolge erscheint die Fläche des Gebäudes und des Grundstücks aufgrund der erhöhten Anforderungen und Bedarfe des Nutzers Feuerwache und des Nutzers Bauhofes zu gering. Ebenso ergeben sich aus dem Alter des Gebäudes erforderliche Sanierungen in Teilbereichen. Deshalb bestand die Aufgabenstellung darin zu analysieren, inwieweit der Nutzerbedarf beider Parteien auf dem Bestandsgrundstück abgedeckt werden kann bzw. ob einer der beiden Nutzer womöglich ausgegliedert werden muss.
Vorrangiges Ziel der Machbarkeitsstudie war es deshalb, aus den Nutzeranforderungen den jeweiligen Flächenbedarf der Feuerwache und des Bauhofes zu ermitteln sowie dessen Umsetzbarkeit sowohl auf dem Bestandsgrundstück als auch auf einem potenziellen neuen Grundstück zu überprüfen.
Bezüglich der zeitgemäßen Anforderungen an eine Feuerwache wurden unter anderem Räumlichkeiten für Stiefelwäsche und Trocknungsraum ergänzt, ebenso eine Feuerlöscherwerkstatt, eine Küche inklusive Lagerbereiche, Lehrmittelraum und Planspiellager sowie ein Archiv für die Verwaltung. All das wurde in der Studie flächenmäßig erfasst. Ebenfalls wurde eine Fläche für einen Sprungschacht beziehungsweise eine Rutsche vorgesehen.
Letztendlich ergibt sich so ein Flächenbedarf von circa 5.500 Quadratmetern für die Feuerwache, und für die Außenanlagen seien unter anderem noch Parkflächen, erforderliche Flächen vor den Fahrzeughallen, ein Übungshof und Stellflächen für Zweiräder einzuplanen, so die W2 ProjektManagement GmbH.
In Sachen Bedarf des Bauhofes wurde in der Machbarkeitsstudie unter anderem darauf hingewiesen, dass die Toiletten in der Nähe der Büroräume zu gering bemessen sind. Bei den Umkleideräumen seien mindestens 0,5 Quadratmeter pro Person vorzusehen. Beim Einbau von Spinden und Schränken ist einerseits die erforderliche Fläche vor den Spinden (mindestens 0,5 Meter) einzuplanen, andererseits seien ausreichend Bewegungsflächen anzusetzen.
Die Werkstätten hingegen sind teilweise großzügig angegeben; hier sollte der Abgleich zwischen Mindestbedarf und zur Verfügung stehender Fläche im Bestandsgebäude vorgenommen werden. Eine Neubaumaßnahme sollte sich daraus nicht ergeben.
Letztendlich ergibt sich aus der Machbarkeitsstudie eine notwendige Nettogrundfläche von etwa 3.200 Quadratmetern. Diese müsse nun um eine Konstruktionsfläche von circa 13 % ergänzt werden, sodass sich ein Flächenbedarf von circa 3.600 Quadratmetern für den Bauhof ergibt.
Die Empfehlung der W2 ProjektManagement GmbH lautet deshalb: "Aufgrund des Flächenbedarfes des Nutzers und der zwingenden Einhaltung der DIN 14092, der DGUV, der Arbeitsstätten-Verordnungen sowie weiterer technischer Normen und Vorschriften wird empfohlen, die Feuerwache auf einem Grundstück als Neubau zu planen und umzusetzen – aufgrund der erforderlichen Bewegungsflächen für Feuerwachen wird ein Grundstück mit circa 8.500 Quadratmetern empfohlen. Im Bestandsgebäude müsste der Nutzer zu viele Kompromisse eingehen, da die Flächen im Großen und Ganzen nicht abbildbar sind, die Anforderungen an die DIN nicht gänzlich erfüllt werden und die Abläufe nicht optimal erfolgen können."
Aufgrund der sich daraus ergebenden Mehrkosten und dem Auszug der Feuerwehr aus dem Bestandsgebäude könne der Bauhof auf Basis des Nutzerbedarfes teilweise saniert, umgebaut und gegebenenfalls erweitert werden. Es wurde bereits deutlich, dass die "beengte und ungenügende Stellplatzsituation des Bauhofes mit der Nutzung der Fahrzeughalle und die Situation in den Umkleiden verbessert werden kann."
Das geplante weitere Vorgehen
Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien für Feuerwehr und Bauhof sollen in den parlamentarischen Gremien via Präsentation vorgestellt werden. Dies soll als Grundlage für eine Beschlussvorlage dienen.
Sofern sich die Gremien letztendlich für diese Vorlage entscheiden, sollte alsbald ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden, gefolgt von der Planungsphase. Die zur Auswahl stehenden Architekturbüros sollten über einschlägige Erfahrung in Sachen Feuerwachen verfügen, da die technischen Anforderungen an ein derartiges Gebäude ausgesprochen hoch sind.
Das Fazit der Studie: "Gemäß Analyse ist ein Verbleib beider städtischer Einrichtungen auf der Fläche der Liegenschaft im Boden2 / Schulstraße 35 unter den aktuellen rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf den notwendigen Flächenbedarf langfristig nicht mehr möglich.
Gemessen an den zu Grunde liegenden Parametern wie Zugänglichkeit, Erweiterungsmöglichkeiten, Platzbedarf und notwendigen Stellplätzen erscheint der Auszug der Nutzungseinheit Feuerwehr als wirtschaftlich sinnvoller.
Der Verbleib der Nutzungseinheit Bauhof auf der Liegenschaft lässt sich unter den benannten Aspekten und unter Einbeziehung der nach einem Auszug der Feuerwehr freiwerdenden Flächen langfristig darstellen."
Deshalb wird nun empfohlen, ein geeignetes Grundstück zum Bau eines neuen Rettungszentrums Hattersheim zu ermitteln.