OKRIFTEL (ak) – Ein vielstimmiges „Gloria, Gloria!“ schallt aus dem Probenraum der Okrifteler Sängervereinigung im Haus der Vereine – obwohl hier nur geübt wird, bekommt der Zuhörer eine Gänsehaut. Das liegt zwar nicht am neuen Dirigenten Wolfgang Gatscher, sondern daran, dass hier einfach ein guter Frauenchor sich einsingt, aber man merkt schon, dass Gatscher den Chor gut führen und auch mitreißen kann.
Wolfgang Gatscher ist ein sehr erfahrener Chorleiter, er leitet verschiedene Chöre im Hochtaunuskreis und auch den Auswahlchor des Sängerkreises Hochtaunus. Der 52-Jährige hat Schulmusik, Musikwissenschaft und Religionswissenschaft an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst und an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt a. M. studiert, Chorleitung hat er bei Prof. Helmut Rilling gelernt. Gatscher ist Klarinetten- und Saxophon-Lehrer, seit 1985 zudem Dozent für Musiktheorie, Gehörbildung und Improvisation an Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt.
„Wir sind ein guter Chor, da ist es schwierig, einen passenden Chorleiter zu finden, aber nach dem Probedirigieren waren sich die Sänger einig – Herr Gatscher soll unser neuer Dirigent werden!“ sagt Helga Weimar, die Vorsitzende der Sängervereinigung Okriftel. Auch während der kurzen Besprechung des Vorstands der Sänger mit dem neuen Dirigenten vor der ersten Singstunde merkt man schon: das Klima stimmt zwischen Wolfgang Gatscher und seinem neuen Chor in Okriftel. Er hat zwar ein Konzept zum Lernen und auch für Konzerte zusammengestellt und mitgebracht, will aber die Chöre der Sängervereinigung nun nicht gleich revolutionieren. Die Frage aus dem Vorstand, ob die Sänger denn auch noch mitbestimmen dürften, was in Zukunft gesungen wird, beantwortet er mit „Ich bin kein Alleintänzer! Der Chor soll vor allem mit Spaß und nach seinen besten Möglichkeiten singen.“
Zunächst möchte er einmal seine neuen Sänger kennenlernen, dann kann er seine Konzeption auch im Hinblick auf zukünftige Konzerte abrunden. Seine Idee, in der Zukunft ein qualitativ hochwertiges und reichhaltiges Programm aus einem Repertoire von der Renaissance bis zur Neuzeit vielleicht –„wenn die Sänger nix dagegen haben!“- mit „lustiger Musik mit Bewegung“ anzureichern, findet große Zustimmung beim Vorstand. „Das liegt unseren Männern und Frauen sicher“, freut sich Helga Weimar. Wie der neue Dirigent das umsetzen will, kann man schon in der ersten Singstunde ahnen: dem Einsingen folgt ein „Einklatschen“, denn „die Sängerinnen sollen vor dem Singen locker werden“ sagt Gatscher. Zur Probe des Liedes „Engel singen Jubellieder“ möchte er, dass sein Chor seine „Stimmfärbung auf Freude einstellt“ – und so mitreißend vom Chorleiter aufgefordert und mit kräftig tragender Stimme unterstützt, gelingt das auch sofort. Drei neue Lieder hat Gatscher schon für den Anfang mitgebracht, nicht alle sind einfach zu singen. Bis sie für ein Konzert „sitzen“ ist sicher noch ein gutes Stück anstrengende Stimmarbeit für die Sänger zu erwarten.
Die Vorstellung von Gatscher, eines dieser neuen Lieder nicht „wie gehabt“ beim Adventskonzert vom Podest aus vorzutragen, sondern es –vielleicht sogar stimmungsvoll von Kerzenträgern flankiert– beim Einzug des gesamten gemischten Chores in die Kirche zu singen, findet sehr großen Anklang bei den Sängerinnen.
Das Publikum darf also gespannt sein – nicht nur auf den ersten Auftritt der Sänger mit dem neuen Dirigenten am 1. Advent beim Weihnachtsbasar in der Matthäuskirche in Okriftel, sondern auch auf das 25-jährige Jubiläum des Frauenchores am 18. August 2012. Es ist zu erwarten, dass unter der Leitung von Wolfgang Gatscher ein guter Chor noch besser wird!
Die Übungsstunden der Sängervereinigung Okriftel finden immer donnerstags im Haus der Vereine in Okriftel statt, der Frauenchor übt von 19 bis 20.30 Uhr, der Männerchor von 20.30 bis 22 Uhr.

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