GUSTAVSBURG (gus) – Sie feiern in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag und befinden ich der eignen Einschätzung nach damit „auf dem Weg zur Pubertät“. So gesehen klang es reichlich frühreif, was die bunte Kombination an Typen, die die Liebe zu dem metallenen Holzblasinstrument verbindet, am letzten Oktoberwochenende auf der Bühne der (noch trockenen) Burg-Lichtspiele präsentierte. Vor voll besetzten Sitzreihen feierte die Saxophonbande die Zweistelligkeit und präsentierte dabei mindestens ebenso viele Stilrichtungen.
Verdreifacht hat sich die Anzahl der Instrumentalisten seit der Gründung der „Bande“ durch den Ginsheimer Berufsmusiker Gerhard Wiebe und einige seiner Musikschüler im Jahre 2001. Derzeit stehen 22 Saxophonisten unter dem „Label“ Saxophonbande auf der Bühne, nur eben nie alle auf einmal, wenn die Spielstätte der Aufbau der Burg-Lichtspiele sein soll.
Die Hälfte der Fläche nahm am Samstag die Begleitband ein, die den Saxophonistinnen und Saxophonisten die Grundlage für ihre Darbietungen gaben. Sie soll, nachdem die Saxophonbande bisher die Musiker nach Bedarf zusammensuchte, als feste Besetzung Bestandteil der Auftritte werden. Das könnte man als kleinen Schritt zur Professionalisierung der Arbeit der Hobby-Instrumentalisten verstehen, die sich im Laufe der Jahre in Wahrheit zu guten Beherrschern des schwierig zu bespielenden Instruments gemausert haben, wie sie im Gustavsburger Kinosaal eindrucksvoll belegten.
Die Musikstile wechselten oft abrupt mit den Aufritten der Bandenmitglieder, die teilweise auch für eine passende Bühnenausstattung sorgten. So untermalten großformatige Urlaubsansichten, die aus dem Aushang eines Reisebüros stammen dürften, heiße lateinamerikanische Klänge bei einer „afrokubanischen Improviation“. Zwischen den Auftritten versuchte „Männlein“ Jürgen Demant die Autorität der Musiker durch freche Anmoderationen zu untergraben, aber natürlich mit versöhnlichem Ausgang. Er sagte viel Jazz an. Aber auch Swingnummern, Klassisches im Sinne klassischer Musikvariationen oder auch aus amerikanischen Musicals bekannte Werke bekamen ihre eigenwillige Interpretation durch die Ginsheimer Saxophonisten.
Nur sehr ausgewählt und im engeren lokalen Rahmen ist die Saxophonbande bisher auf den Bühnen zu erleben, das Vereinsleben spielt sich ansonsten hauptsächlich in den Übungsstunden unter der Woche im Ginsheimer Bürgerhaus ab. Das Jubiläumskonzert hinterließ schon die Frage, warum die Gruppe sich nicht öfter und in größerem Rahmen an die Öffentlichkeit traut. So ruht auch nach zehn Jahren noch Entwicklungspotenzial in der familiären Vereinigung.