Container auf Eddersheimer Kita-Gelände bleibt vorerst ungenutzt

SPD-Fraktion erkundigte sich nach der Betriebserlaubnis für die Nutzung des Pavillons der Kita "Vogelnest"

Im Vorfeld der jüngsten Sitzung der Hattersheimer Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 7. April, legte die hiesige SPD-Fraktion dem Magistrat eine Anfrage bezüglich der Nutzung des Containers auf dem Gelände der Katholischen Kindertagesstätte St. Josef "Vogelnest" in Eddersheim vor. Die SPD berichtete, dass sie zuletzt verstärkt von Eddersheimer Eltern angesprochen wurde, deren Kinder mittlerweile drei Jahre alt sind - und nach wie vor über keinen Kita-Platz verfügen. Diese stellen sich die Frage, warum auf dem Gelände der Kita St. Josef "Vogelnest" der besagte Container nicht als Gruppenraum für eine weitere Kita-Gruppe genutzt wird.

Die Hattersheimer SPD-Fraktion verweist in der Begründung ihrer Anfrage auf die im Dezember 2021 vorgelegte 10. Fortschreibung des Kindertagesstättenentwicklungsplans für die Altersgruppe 0 bis 10 Jahre. Darin wird in Bezug auf die angegebene Kapazität der Kita "Vogelnest" von einer beantragten "Betriebserlaubnis zur Wiederbelebung des Pavillions mit 15 Plätzen" gesprochen. Bis heute ist diesbezüglich jedoch noch nichts geschehen - aus Sicht der Sozialdemokraten eine unbefriedigende Situation angesichts der angespannten Lage in Sachen Kita-Plätze in Eddersheim.

Aus diesem Grund erkundigte sich die SPD-Fraktion im Hattersheimer Stadtparlament nach dem aktuellen Status: Liegt eine gültige Betriebserlaubnis für die Nutzung des Pavillons mittlerweile vor? Der Magistrat verneinte dies in seiner Antwort. Grund für die bisherige Nichterteilung einer Betriebserlaubnis zur Wiederbelebung des dortigen Pavillons ist das Auslaufen des befristeten, zweckgebundenen Containerbetriebs: Dieser wurde gestattet, nachdem aufgrund eines Wasserschadens eine Auslagerung der Kindertagesstätte "Vogelnest" notwendig wurde. Nach der erfolgreichen Behebung dieses Wasserschadens erfolgte der Umzug zurück in das Bestandshaus.

Bezüglich eines weiteren Betriebs der zusätzlichen Containerplätze erteilte der Main-Taunus-Kreis dem Träger eine Absage, weil noch keine abschließende Lösung für die Aufstockung der Betreuungsplätze erkennbar war.

Im Juni des vergangenen Jahres fanden weitere Gespräche zwischen der Stadt Hattersheim am Main und dem Verwaltungsrat der katholischen Kirchengemeinde zum Um-/Anbau des benachbarten Gebäudes („Plothsches Haus“) statt. Daraufhin wurde vom Träger erneut ein Antrag auf Betriebserlaubnis gestellt.

Der Magistrat verweist auch auf den Umstand, dass eine temporäre Betriebserlaubnis - hier für den Pavillon - im Falle des absehbaren Beginns einer Baumaßnahme erteilt wird. "Mit den Planungen der vorgenannten Maßnahmen ist bereits in 2021 begonnen worden", so der Magistrat.

Auf die weiterführende Frage der SPD-Fraktion, welche Maßnahmen die Stadt Hattersheim am Main denn unternommen hätte, um den Vorgang der Erteilung der Betriebserlaubnis zu beschleunigen, erwiderte man seitens des Magistrats, dass für eine solche Antragstellung allein der Träger - hier also die Katholische Kirche, konkret das Bistum Limburg - verantwortlich sei. Die Stadt hat den Träger über die Dringlichkeit der Maßnahme unterrichtet.

Im Falle einer zeitnah erteilten Betriebserlaubnis für die Betreuung von Kindern im Pavillon auf dem Gelände der katholischen Kita in Eddersheim sieht der Magistrat die Möglichkeit einer schrittweisen Eingewöhnung der Kinder, sofern ausreichend Personal hierfür vorhanden ist.

In diesem Zusammenhang stellt man zudem fest, dass "alle Eddersheimer Kinder, welche bis zum 31.07.2022 das 3. Lebensjahr erreichen werden", bereits ein Kita-Platzangebot im Stadtteil Eddersheim erhalten haben. Zudem würden Kinder, die bis Ende des Jahres 2022 das 3. Lebensjahr erreichen werden, ein "schriftliches Platzangebot entsprechend Ihrem Wunsch und Wahlrecht und den verfügbaren Kapazitäten erhalten". Stand jetzt werde kein Kind ohne Betreuungsangebot verbleiben.

Bezüglich der Frage nach einem ausreichenden Personalstand stellt der Magistrat fest, dass der Kita-Träger nach Rücksprache die Personalsituation in der Kita "Vogelnest" als "angespannt" bezeichnet. Das Bistum Limburg sei motiviert, das herrschende Personaldefizit auszugleichen. So lange diese Problematik jedoch aktuell ist, sei eine sofortige Aufnahme von Kindern nicht möglich.

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